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Neue Therapiemöglichkeit beim nicht-metastasierten Nierenkrebs

Europäische Kommission erteilt Zulassung für Pembrolizumab (KEYTRUDA®) als adjuvante Therapie für bestimmte Patienten mit Nierenzellkarzinom und erhöhtem Rezidivrisiko

Seit Mitte Februar gibt es für Nierenkrebs-Patienten die nicht metastasiert sind und deren Tumor operativ entfernt wurde eine neue Behandlungsmöglichkeit: die so genannte adjuvante Therapie. Darunter versteht man eine vorsorgliche Therapie, die gemacht wird um das Wiederauftreten der Erkrankung zu verhindern. Bei anderen Krebsarten gibt es dies schon seit vielen Jahren, für die Behandlung von Nierenkrebs ist dies neu. Die adjuvante Therapie wird bei den Patienten eingesetzt, die ein hohes Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung haben. Bei der neu zugelassen Therapie handelt es sich um eine Immuntherapie mit dem Immuncheckpoint-Hemmer Pembrolizumab.

Die Zulassung erfolgte aufgrund der Ergebnisse der Phase-III-Studie KEYNOTE-564. In dieser Studie zeigte Pembrolizumab eine Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens (Disease Free Survival, DFS) mit einer Verringerung des Rezidiv- oder Sterberisikos um 32 % verglichen mit Placebo nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 24,1 Monaten (bei Patienten mit einem erhöhten Rezidivrisiko, definiert als intermediär-hohes oder hohes Rezidivrisiko).  

 Internediär-hohes Rezidivrisiko   Hohes Rezidivrisiko
  • pT2 mit Grad 4 oder sarkomatoiden Merkmalen;
  • pT3 jeglichen Grades ohne Lymphknotenbeteiligung (N0)
    oder Fernmetastasen (M0).
  •  pT4 jeglichen Grades N0 und M0;
  • jedes pT jeglichen Grades mit Lymphknotenbeteiligung (N1)
    und M0. 
 Weitere Informationen dazu finden Sie hier: TNM-Klassifikation

Aktualisierte Wirksamkeitsergebnisse mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 29,7 Monaten zeigten, dass Pembrolizumab im Vergleich zu Placebo das Rezidiv- oder Sterberisiko um 37 % senkte. Bisher wurde das mediane krankheitsfreie Überleben in keiner der Gruppen erreicht. Die Studie läuft derzeit noch, um Daten zum Gesamtüberleben zu ermitteln.

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse (Nebenwirkungen), die im Pembrolizumab-Arm der Studie auftraten, waren Ermüdung/Fatigue (29,7 %), Durchfall (25,4 %), Juckreiz (22,7 %), Arthralgie (Gelenkschmerzen) (22,1 %), Hypothyreose (unterfunktion der Schilddrüse) (21,1 %) und Ausschlag (20,1 %). Zu schwerwiegende unerwünschte Ereignissen kam es bei 20,5 % der mit Pembrolizumab behandelten Patienten im Vergleich zu 11,3 % unter Placebo auf. Die schwerwiegenden unerwünschte Ereignisse umfassten u.a. akute Nierenschädigung (1,2 %), Nebenniereninsuffizienz (1,2 %), Pneumonie (Lungenentzündung) (1,2 %), Kolitis (Entzündung des Darms) (1 %) und diabetische Ketoazidose (1 %). Einen tödlichen Verlauf nahmen unerwünschte Ereignisse in 0,4 % der Fälle im Pembrolizumab-Arm, darunter 1 Fall einer Pneumonie und 1 Fall eines Multiorganversagens. Pembrolizumab wurde infolge von unerwünschten Ereignissen bei 20,7 % der 488 Patienten abgesetzt, meist infolge von erhöhten ALT-Leveln (Leberwerten) (1,6 %), Kolitis (1 %) und Nebenniereninsuffizienz (1 %).

Ob die adjuvante Behandlung mit Pembrolizumab für Sie in Frage kommt, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

Highlights vom ASCO Kongress 2021


Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) hält jedes Jahr einen Fachkongress ab, bei dem Forschungsergebnisse rund um die Krebsbehandlung veröffentlicht werden. Aufgrund der COVID-19-Pandemie fand das diesjährige Treffen vom 4. bis 8. Juni 2021 erneut virtuell statt. Unsere Partnerorganisation, die International Kidney Cancer Coalition (IKCC) nahm an dem virtuellen wissenschaftlichen Programm teil, um über die neuesten Fortschritte in der Versorgung und Behandlung von Menschen mit Nierenkrebs auf dem Laufenden zu bleiben. Gerne haben wir deren Zusammenfassung im Folgenden ins Deutsche übersetzt und die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt.

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COVID-19 Impfung auch für Krebs-Patienten?


Vor etwa einem Jahr traten die ersten COVID-19 Fälle, eine Erkrankung ausgelöst durch den sogenannten Corona-Virus auf. Mittlerweile sind bereits Millionen von Menschen weltweit daran erkrankt und auch in Deutschland haben wir damit zu kämpfen. Mit Lock-Down Maßnahmen und den AHA-Regeln (Alltagsmasken, Hygiene und Abstand) versuchen wir hierzulande die Ausbreitung einzudämmen. Seit kurzem sind nun endlich auch Impfstoffe gegen COVID-19 in Europa zugelassen. Nach und nach laufen die Impfungen in allen Bundesländern immer mehr an. Viele von Euch überlegen nun, ob sie sich ebenfalls impfen lassen sollen. Gibt es Vorteile? Hat die Impfung auch Risiken? Wir haben mit führenden Nierenkrebs-Experten gesprochen und die Empfehlungen der Fachgesellschaften gesichtet, um Euch rund um die Impfung gegen Corona zu informieren.

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Aktuelles aus der Wissenschaft: ASCO GU 2021


Infolge der COVID-19-Pandemie fand das diesjährige Symposium für urogenitale Erkrankungen der American Society of Clinical Oncology (ASCO GU) vom 11. bis 13. Februar 2021 virtuell statt. Die Präsentationen können auf der ASCO-Website eingesehen werden. Unsere internationale Partnerorganisation, die International Kidney Cancer Coalition (IKCC), nahm an dem virtuellen wissenschaftlichen Programm teil. Gerne übernehmen wir deren Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und bedanken uns für den unermüdlichen Einsatz für die Interessen der Nierenkrebserkrankten.  

Bitte beachten: Die folgende Zusammenfassung wurde von Patientenvertretern erstellt und von medizinischen Experten geprüft. Alle enthaltenen Informationen basieren auf öffentlichen Daten, die auf dem Kongress der ASCO GU vorgestellt wurden. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, noch sollen sie als medizinischer Rat verstanden werden. Entscheidungen bezüglich der Therapie sollten immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

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Neues vom virtuellen ESMO Kongress 2020


Infolge der COVID-19-Pandemie fand der diesjährige Kongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) vom 19. bis 21. September 2020 virtuell statt. Unsere internationale Partnerorganisation, die International Kidney Cancer Coalition (IKCC) nahm an dem virtuellen wissenschaftlichen Programm teil, um über die neuesten Fortschritte bei der Behandlung und Therapie von Nierenkrebs auf dem Laufenden zu bleiben. Wie bereits im vergangenen Jahr hat die IKCC eine Zusammenfassung der wichtigsten Vorträge zur Verfügung gestellt, die wir im Folgenden gerne für Sie ins Deutsche übersetzt haben. 

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