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Histologie und Grading

Histologie

Nierenkrebs lässt sich in verschiedene Erscheinungsformen oder Unterarten einteilen, je nach Aussehen der Krebszellen unter dem Mikroskop (der sogenannten Histologie). Der Nierenkrebstyp ist für die Operation meist nicht von Bedeutung, kann aber entscheidend sein, wenn es um die weitere Behandlung geht.

Man unterscheidet folgende Nierenkrebstypen:

  • Klarzelliges Nierenzellkarzinom: Die häufigste Form von Nierenkrebs, die in etwa 75 Prozent der Fälle auftritt. Unter dem Mikroskop betrachtet erscheinen die Krebszellen leer oder klar.
  • Papilläre Nierenzellkarzinome (Typ I und Typ II): Bei circa 10 bis 15 Prozent der Erkrankten liegen diese Formen des Nierenkrebses vor. Unter dem Mikroskop zeigen sich kleine fingerartige Wedel, die aussehen wie fächerförmige Blätter (sogenannte Papillen, daher „papillär“).
  • Chromophobes Nierenzellkarzinom: Macht circa 5 Prozent der Nierenkrebserkrankungen aus. Die Zellen dieser Krebsarten sind groß und blass und zeigen weitere eindeutige Unterscheidungsmerkmale.
  • Sarkomatoides Nierenzellkarzinom: Einige der oben genannten Typen können sarkomatoide Anteile aufweisen. Das Aussehen der Krebszellen unter dem Mikroskop ist ungeordnet.
  • Translokations-assoziierte Nierenzellkarzinome: Hierbei handelt es sich um sehr seltene Formen des Nierenkrebses, die vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen auftreten.

Den genauen Zell-Typ Ihrer Erkrankung finden Sie in dem Bericht der pathologischen Untersuchung beziehungsweise im Arzt-Brief oder im Entlassungsbrief des Krankenhauses. Sollten Sie in diesen Unterlagen nichts diesbezüglich finden, fragen Sie am besten Ihren behandelnden Arzt danach.

 

GradingDifferenzierungsgrad (Grading)

Die Beschaffenheit des Krebsgewebes spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Charakterisierung des Tumors. Diese lässt sich durch eine feingewebliche Untersuchung unter dem Mikroskop erkennen. Je mehr die Tumorzellen den normalen Nierengewebszellen ähneln, umso langsamer teilen sie sich in der Regel. Man spricht von einem hohen Grad der Differenzierung. Je weniger die Tumorzellen den normalen Nierengewebszellen ähneln, desto schneller teilen sie sich in der Regel, die Zellen sind „undifferenzierter“. Auf diese Art und Weise lässt sich abschätzen, wie aggressiv der Tumor wachsen und sich gegebenenfalls verbreiten könnte.