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Nachsorge

Prinzipiell sind zwei Arten von Nachsorge zu unterscheiden: die unmittelbare – nach der OP erfolgende – und die langfristige Nachsorge. Bei der unmittelbaren Nachsorge geht es vor allem darum, eventuelle Komplikationen nach der Operation zu erkennen und die Nierenfunktion zu überprüfen. Langfristig gesehen ist es hingegen wichtig, mögliche Veränderungen, wie das Wiederauftreten der Erkrankung (Rezidiv) in der Restniere oder die Entstehung von Metastasen, frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

 

Unmittelbare Nachsorge

Die unmittelbare Nachsorge im Anschluss an eine Nierenoperation beinhaltet die Entfernung von Naht- oder Klammermaterial, die Kontrolle von möglichen Wundheilungsstörungen, Nachblutungen, Fieber (Lungenentzündung, Abszessen), Narbenbruch, die Überprüfung der Nierenfunktion (Kontrolle des Kreatinin-Wertes), aber auch die Überwachung der Genesung.

Dies geschieht durch körperliche Untersuchungen, Wundbeschau, Blutentnahme und bildgebende Verfahren wie Ultraschall und/oder Computertomographie.

Wichtig: Etwa 80 Prozent aller Patienten gehen für die Nachsorge zum Hausarzt. Da diese jedoch leider oft wenig Erfahrung mit dem Nierenzellkarzinom haben, wird empfohlen, eine risiko-adaptierte Nachsorge bei einem mit Nierenkrebs erfahrenen Urologen oder Onkologen durchführen zu lassen.

 

Langfristige Nachsorge

Ist die Erstbehandlung abgeschlossen, erfolgt in der Regel die langfristige Nachbehandlung oder Nachsorge. Dabei werden in regelmäßigen Abständen verschiedene Untersuchungen vorgenommen. Ziele der Nachsorge sind:

  • Den Heilerfolg regelmäßig zu kontrollieren, gegebenenfalls Komplikationen schnell zu behandeln und ein eventuelles Wiederauftreten oder ein Fortschreiten der Erkrankung möglichst frühzeitig zu erkennen.
  • Folgen der Erkrankung- oder therapiebedingte Begleit- und Folgeerkrankungen (z. B. durch Medikamente, Bestrahlungen etc.) frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  • Patienten bei seelischen und sozialen Problemen, die sich eventuell durch eine Krebserkrankung ergeben, zu unterstützen.

Wie bei anderen Erkrankungen, gibt es auch für die langfristige Nachsorge bei Nierenkrebs so genannte Leitlinien. Diese Leitlinien sind wissenschaftlich fundierte, praxisorientierte Handlungsempfehlungen. Sie geben Ärzten Orientierung im Sinne von Entscheidungs- und Handlungsoptionen. Darin wird beispielsweise die Abfolge der nötigen Nach-Untersuchungen genau beschrieben. Neben der S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge
des Nierenzellkarzinoms für Experten, gibt es auch eine Version in patientenfreundlicher Sprache: Patientenleitinien Nierenzellkarzinom