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Risikoadaptierte Nachsorge

Die risikoadaptierte Nachsorge berücksichtigt Ihre ganz persönliche Krankengeschichte. Welcher Tumor lag genau vor, wie groß war er und wie hoch ist das Risiko, dass die Erkrankung zurückkehrt? Aus all diesen Faktoren kann der Arzt eine so genannte Prognoseabschätzung erstellen und festlegen, wann, welche Nachsorge-Untersuchungen für Sie nötig sind. Hierbei gibt es verschiedene Modelle der Prognoseabschätzung, die sich unterschiedlicher Faktoren bedienen.

 

Grundlagen zur Prognoseabschätzung

Die Grundlage für die Prognoseabschätzung bildet dabei oft die schriftliche Beurteilung (histologischer oder auch pathologischer Befund) des Tumors. Dieser beinhaltet unter anderem den genauen Zelltyp Ihres Tumors (klarzellig, papillär, chromophob, Ductus Bellini), die Tumorgröße, Ausbreitung, Fernmetastasenbildung und den Differenzierungsgrad der Krebszellen. Hierzu verwendet der Pathologe ein System – die so genannte TNM Klassifikation. Lesen Sie heir mehr dazu: TNM-Klassifikation

Die Beschaffenheit des Krebsgewebes spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Charakterisierung des Tumors. Diese lässt sich durch eine feingewebliche Untersuchung unter dem Mikroskop erkennen. Je mehr die Tumorzellen den normalen Nierengewebszellen ähneln, umso langsamer teilen sie sich in der Regel. Man spricht von einem hohen Grad der Differenzierung. Je weniger die Tumorzellen den normalen Nierengewebszellen ähneln, desto schneller teilen sie sich in der Regel, die Zellen sind „undifferenzierter“. Auf diese Art und Weise lässt sich abschätzen, wie aggressiv der Tumor wachsen und sich gegebenenfalls verbreiten könnte. Mehr dazu hier: Differenzierungsgrad

Basierend auf den jeweiligen Faktoren und ihrer Bewertung erfolgt durch den behandelnden Arzt eine Einteilung in Risikogruppen:

Risikogruppen

 

 

 

 

 

 

Empfohlenes Nachsorgeschema

Anhand der jeweiligen Risikogruppe entscheidet Ihr behandelnder Arzt, wann genau welche Untersuchungen durchgeführt werden sollten. Fallen Sie beispielsweise in die Gruppe mit niedrigem Risiko, dann empfiehlt die S3-Leitlinie eine Nachsorge für eine Dauer von fünf Jahren. Bei mittlerem und hohem Risiko sind es dagegen neun Jahre. Auch sollten manche Untersuchungen bei mittlerem und hohem Krankheitsrisiko häufiger gemacht werden als bei geringem Risiko.

Nachsorgeschema

 

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Für die Nachsorge stehen unterschiedliche Untersuchungen zur Verfügung. In der Regel wird Ihr Arzt Sie bei jedem Besuch nach Beschwerden fragen und Ihren körperlichen Zustand überprüfen. Zusätzlich sollten immer bestimmte Blutwerte erhoben werden, die anzeigen wie gut die Niere arbeitet. Je nachdem, wann die Nachsorge durchgeführt wird, können weitere Untersuchungen wie Ultraschall, CT oder MRT zum Einsatz kommen. Nicht zu den üblichen Untersuchungen im Rahmen der Nachsorge gehören laut Leitlinien bei beschwerdefreien Patienten die PET-CT, CT/MRT des Schädels, Röntgen des Brustkorbs/der Lunge und die Knochenszintigraphie. Treten bei Ihnen jedoch Beschwerden auf, die diese Untersuchungen nötig machen, werden diese selbstverständlich nach Absprache mit Ihrem Arzt durchgeführt.

Wichtig: Sollten Sie zwischen den geplanten Untersuchungen Beschwerden haben, wenden Sie sich bitte immer an Ihren behandelnden Arzt, auch wenn gerade eigentlich kein Nachsorgetermin ansteht.