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Positiv bleiben trotz Corona!


Autorin dieses Beitrages ist Nicole Strauch M.A., Psychologin mit eigener Praxis in Hamburg (www.psychologe-hh.de)

Ihre innere Einstellung kann Einfluss auf den Verlauf Ihrer Behandlungen haben, auch in Zeiten wie diesen.

 

Was können Sie tun?

Noch vor einigen Jahrzehnten hätte man Ihnen nach Diagnosestellung und Ausbruch von Covid-19 geraten, sich ruhig zu verhalten, die Ärzte Ihre Genesung vorantreiben zu lassen und ein geduldiger und passiver Patient zu sein.

Moderne Forschungsergebnisse zeigen, dass es gut für den Therapieverlauf ist, wenn Sie aktiv sind und versuchen eine positive Einstellung – auch in dieser manchmal herausfordernden Zeit – zu bekommen oder zu erhalten. Moderne Ärzte werden Sie darin bestärken, aktiv mit am Therapieprozess zu arbeiten, Rituale einzuführen, die Ihnen guttun und Fragen zu stellen, wenn Sie Aufklärung und Informationen brauchen.

Sie haben immer die Wahl Ihre Reise durch diese herausfordernde Zeit selbst mitzubestimmen. Es hat sich gezeigt, dass Menschen, die eher mit einer aktiven und zukunftsorientierten Art und Weise an die Herausforderungen heran gehen, mehr Lebensqualität erfahren, weniger Medikamente brauchen und auch schneller wieder zurück in den Beruf können.

Ich möchten Sie ermutigen den Versuch zu starten, „positives Denken“ mit auf Ihren Tagesplan zu setzen. Denn genau wie Sie eine neue Sprache oder den Umgang mit einem neuen Medium lernen können, so können Sie auch dies lernen.

 

Was kann helfen positiv zu denken?

Vielleicht gehören Sie bereits jetzt zu den Menschen, für die ein Glas immer eher halb voll als halb leer ist und die auch bei dem größten Regenschauer den Klang des Regens genießen können. Wenn nicht, dann möchten ich Ihnen hier ein paar Denkanstöße geben, die helfen können Kraft und Mut zu schöpfen und eine positive Einstellung zu erlangen:

  • Besinnen Sie sich auf Ihre Stärken (Worin sind Sie besser als Ihre Mitmenschen? Was können Sie besonders gut? Worum beneiden Sie Andere?)
  • Machen Sie sich bewusst, aus welchen Dingen oder Situationen Sie bis heute im Leben Kraft geschöpft haben (Welche Fähigkeiten und Eigenschaften zeichnen Sie aus?, Was haben Sie sonst in schwierigen Situationen gemacht, um diese zu meistern?)
  • Sie sind sicher nicht allein! (Welche Person kann Ihnen jetzt zur Seite stehen? Wer hat Ihnen bei früheren Herausforderungen geholfen?)
  • Denken Sie darüber nach, was es gerade jetzt an Positivem in Ihrem Leben gibt (Sind die Schmerzen vielleicht gar nicht so intensiv, wie Sie es erwartet haben?, Können Sie den Sonnenschein auf der Haut spüren?, Schlafen Sie gut?)

Es kann sein, dass es Ihnen hilft, wenn Sie solche Dinge aufschreiben und vielleicht in einer Art Poster irgendwo hinhängen, wo Sie es immer wieder sehen können. Kaufen Sie sich bunte Stifte und ein großes Blatt Papier und machen Sie es wie die Kinder: Haben Sie Spaß dabei alles auszuschreiben und bunt anzumalen! Vielleicht haben Sie Fotos, auf denen Sie sich gerne anschauen. Kleben Sie sie auf! Oder machen sie ein lustiges Fotoshooting mit dem Handy (allein oder mit anderen zusammen), machen Sie alberne Bilder oder Bilder, auf denen Sie sich selbst Mut machen. Drucken Sie diese aus und verschönern Sie Ihre „Positiv-Denken-Wand“ damit.

So wird Ihnen immer wieder bewusst, dass Sie Kraft in sich haben und Ihr Leben auch jetzt positive Seiten zu bieten hat. In wissenschaftlichen Studien hat sich gezeigt, dass solche visuellen Hilfen (Poster, Plakate, Bilder usw.) Ihnen gut dabei helfen können, das positive Denken im wahrsten Sinne nicht „aus den Augen zu verlieren“, um sich somit in eine zufriedenere und hoffnungsvollere Stimmung versetzen. Diese wiederum kann tatsächlich dazu beitragen, dass Ihre Genesung besser voranschreitet, Sie ausgeglichener sind und somit auch alle Behandlungsangebote einen größeren Nutzen für Sie bringen können.

Der Diagnose und der Corona-Zeit mit Mut und Selbstbewusstsein entgegen zu treten erhöht Ihr Wohlbefinden und auch die Selbstwirksamkeitserwartung. Dieser letzte Begriff beschreibt den Umstand, dass Sie daran glauben, dass Sie selbst mit dazu beitragen können, dass Sie den Weg durch die Therapien erfolgreich meistern. Sie selbst glauben, dass Sie etwas bewirken können. Dies fällt eindeutig leichter, wenn Sie ein gutes und positives Lebensgefühl haben.

Glauben Sie an sich!

Schauen auf Ihre Stärken, Fähigkeiten und Dein Können!

Sie sind ein wertvoller und starker Mensch und ganz einzigartig!

Herzlichen dank an Frau Strauch für diesen aufmunternden Beitrag!