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Psychoonkologie

Was versteht man überhaupt unter Psychoonkologie? Wie kann die Psychoonkologie bei der Bewältigung der Krankheit helfen? Und was kann jeder Einzelne tun? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, stand uns Herr Professor Dr. med. Matthias Volkenandt für ein Interview zur Verfügung.

 

Psychoonkologie ist ein relativ neues Feld – was kann man sich darunter vorstellen, worum geht es?

Professor Volkenandt: In der Psychoonkologie geht es im Wesentlichen um die Identifikation von psychischen Belastungen infolge einer Krebserkrankung. Wir wollen Menschen helfen, die Belastung durch die Krankheit zu reduzieren und zu bewältigen. Es geht hier nicht um medizinische Fragen, wie ich die Lebenszeit verlängere oder welche Therapie ich auswähle, sondern wie der Patient mit der Situation umgeht, wie er die Krankheit bewältigen kann. Viele Patienten mit Krebs haben Ängste, Sorgen und Nöte. Diese Sorgen zur Sprache zu bringen, ist oft eine sehr komplizierte Sache – und genau da setzt die Psychoonkologie an. Um Angehörige geht es auch, es ist also ein sehr breites Feld.

 

Viele Nierenkrebs-Patienten stellen sich die Frage: Warum hat es gerade mich erwischt? Was antworten Sie Patienten, die Ihnen diese Frage stellen?

Professor Volkenandt: Also die Frage „Warum gerade ich?“ ist in der Regel nicht zu beantworten. Es gibt einige Tumoren, z. B. Lungenkrebs, wo die Ursache häufig am Rauchen liegt. Aber bei Nierenkrebs haben wir ja meist keine bekannte Ursache. Es gibt natürlich Risikofaktoren, aber es gibt keinen bekannten direkten Auslöser. Ganz wichtig dabei ist, dass niemand selbst schuld an einer Krebserkrankung ist. Für die Patienten ist das natürlich erleichternd und schwierig zugleich. Schwierig insofern, als dass jeder gerne wissen möchte, warum etwas passiert. Wir sehen das auch häufig bei Angehörigen, die sagen: „Hättest du mal nicht so viel gearbeitet und so viel Stress gehabt, dann hättest du jetzt den Tumor nicht.“ Da kommen dann oft Vorwürfe. In der Psychoonkologie wird versucht, das dann deutlich zu machen, indem wir den Betroffenen sagen: Den Tumor sehen wir bei Alten, bei Jungen, bei Glücklichen, Unglücklichen, Verheirateten, nicht Verheirateten, Eltern, Kinderlosen, mit Stress, ohne Stress. Es gibt ihn in allen Varianten. Patienten haben in der Regel also nichts falsch gemacht.

In einem zweiten Schritt kann man sich auch fragen: Selbst, wenn ich die Antwort nach der Ursache hätte, wäre sie wirklich hilfreich? Beim Lungenkrebs haben wir ja häufig eine Antwort: Das liegt sehr wahrscheinlich am Rauchen. Aber ist das wirklich hilfreich? Ich glaube eher nicht. Es geht doch hierbei weniger darum, die Krankheit zu verstehen, sondern mehr darum, die Krankheit zu bestehen. Also: Wie kann ich trotz dieser Erkrankung noch einen Lebensweg finden, annehmen und eine Lebensqualität realisieren?

Das gesamte Interview lesen Sie in unserem Ratgeber: Wegweiser Nierenkrebs. Dieser kann über unser Kontaktformular oder unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! angefordert werden.

 

Sie sind auf der Suche nach einem Psychoonkologen?

Die folgenden Stellen bieten Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Psychoonkologen: 

Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg

Telefon: 0800 420 30 40
E-Mail:
 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Web: www.krebsinformationsdienst.de

Eine Suche nach Psychoonkologen ist online möglich auf der Seite:  https://www.krebsinformationsdienst.de/service/adressen/psychoonkologen.php

 

Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Psychosoziale Onkologie e.V. (dapo)
c/o Mittelrhein-Klinik
Salzbornstrasse 14
56154 Boppard

Telefon: 0700 200 066 66 (12,4/6,2 Cent/Minute)
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Web: www.dapo-ev.de

 

Psychotherapie-Informations-Dienst
Am Köllnischen Park 2
10179 Berlin

Telefon: 030 209 16 63 30
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Web: www.psychotherapiesuche.de

Auch hier gibt es eine Suchmaschine: https://www.psychotherapiesuche.de/pid/search