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Nierenkrebs - was ist das eigentlich?

Wie entsteht Nierenkrebs und an welchen Frühsymptomen lässt sich die Krankheit erkennen? Muss immer gleich die gesamte betroffene Niere entfernt werden und was ist nach der Operation zu beachten?

Diese und andere Fragen beschäftigen Menschen, die die Diagnose Nierenkrebs erhalten. Professor Dr. med. Thomas Steiner, Chefarzt der Urologie am Helios Klinikum in Erfurt, hat sie uns in einem Interview beantwortet.

 

Nierenzellkarzinom oder Nierenkrebs – was ist das eigentlich?

Die meisten Menschen besitzen zwei Nieren. Diese sitzen rechts und links im Bauchraum und sind für die Reinigung des Körpers zuständig. Sie produzieren Urin (Harn), über den Giftstoffe und verschiedene Stoffwechselprodukte ausgeschieden werden. Zudem regulieren die Nieren den Blutdruck und den Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Auch werden in den bohnenförmigen Organen Hormone zur Blutdruckregulation und Blutbildung produziert.

Wenn sich einzelne Zellen der Niere verändern und unkontrolliert zu wachsen beginnen, entsteht ein Tumor, der so genannte Nierenkrebs. Oftmals hören Patienten in einer ersten Ultraschall-Untersuchung von ihrem Arzt die Aussage: Da ist etwas an der Niere, das da nicht hingehört. Ob diese so genannte Raumforderung jedoch gutartig, also zum Beispiel eine Zyste ist, oder ob es sich um Krebs handelt, zeigt sich meist erst anhand weiterer Untersuchungen.

 

Gibt es unterschiedliche Arten von Nierenkrebs?

Unter dem Begriff „Nierenkrebs“ werden oftmals verschiedene Krebsarten zusammengefasst. Zwar entstehen sie alle in der Niere, treten jedoch an unterschiedlichen Stellen auf und müssen teilweise auch unterschiedlich behandelt werden. So zum Beispiel

  • das Nierenzellkarzinom,
  • das Nierenbecken-Karzinom,
  • das Nierensarkom und
  • der Wilms-Tumor.

Darüber hinaus gibt es noch andere, meist gutartige Tumoren der Niere. Sprechen Ärzte von Nierenkrebs ist meist das, am häufigsten vorkommende, Nierenzellkarzinom gemeint. Dabei entstehen Tumore aus den Zellen der Harnkanälchen der Niere.

 

Nierenkrebs ist nicht gleich Nierenkrebs

Durch eine feingewebliche Untersuchung unter dem Mikroskop (histologischer Befund) kann auch das Nierenzellkarzinom in weitere Untergruppen eingeordnet werden.
Am häufigsten ist dabei in etwa 80 Prozent der Fälle, das klarzellige (konventionelle) Nierenzellkarzinom. Gefolgt vom papillären (chromophilen) mit 5-10 Prozent und dem chromophobe Nierenzellkarzinom mit 5-8 Prozent. Sehr selten sind das Ductus-Bellini-Karzinom oder andere Tumortypen wie das Nierensarkom.