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NIERENKREBS

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Mit Nierenkrebs Leben

 

Nach der Diagnose Krebs hat das Leben seine eigenen Herausforderungen. Während der ersten Behandlungsphase konzentriert sich alles auf die Therapie und die Termine, die es wahrzunehmen gilt – da bleibt kaum Zeit zum Nachdenken. Aber früher oder später werden viele Patienten Zeit benötigen, sich auf die körperlichen und emotionalen Veränderungen einzustellen, die mit dieser Erkrankung einhergehen.

Für diese vollkommen neue Situation müssen nicht nur die Patienten, sondern auch die Angehörige Verarbeitungs- und Bewältigungsmöglichkeiten finden und erproben.

Was hilft Ihnen mit der Erkrankung zu leben? Schild geh deinen Weg Fotolia 81509870 XS

Um uns ein Bild davon machen zu können, wie andere Nierenkrebs-Patienten mit der Diagnose und der Krankheitsbewältigung umgehen, haben wir eine Umfrage angelegt, die sie hier beantworten können. Dort stellen wir Ihnen z.B. Fragen wie: Welche Hobbies, Sportarten oder Therapien nutzen Sie? Haben Sie eine REHA-Maßnahme in Anspruch genommen?

 

Hintergrund zur unserer Aktion "Geh Deinen Weg" zur Krankheitsbewältigung

Was passiert, wenn ein Patient keine Rehabilitations-Maßnahme in Anspruch nehmen möchte? Wann und wie wird dem Patienten vermittelt, was Krankheitsbewältigung ist und wie ein Leben mit der dieser lebenseinschneidenden Diagnose möglich ist? Wird der Patient darauf aufmerksam gemacht, dass Tumorzentren, verschiedene Krebsgesellschaften und Sozialverbände Möglichkeiten zur Krankheitsbewältigung anbieten?

Leider hat Das Lebenshaus e.V. die Erfahrung gemacht, dass Patienten häufig nicht auf die Möglichkeiten zur Krankheitsbewältigung hingewiesen werden und mit vielen Fragen und Ängsten allein gelassen werden. Viele Patienten werden nicht auf Angebote aufmerksam gemacht oder können sich unter verschiedenen Möglichkeiten nichts vorstellen.

„Aus unseren Erfahrungen im Telefondienst und in den Patientengruppen wissen wir, dass sich Patienten oft ein Beispiel an anderen Patienten nehmen“, sagt Berit Eberhardt, Bereichsleiterin Nierenkrebs im Lebenshaus e.V. „Hoffnung, Zuversicht und Mut sind ganz wichtig, um die neue Situation - mit all ihren Ungewissheiten – anzunehmen und zu meistern. Dabei muss jeder „seinen eigenen Weg“ finden. Häufig führt dieser Weg über Hobbys wie Sport, Malen oder Musik. Manche finden Unterstützung im Gespräch mit anderen Nierenkrebs-Patienten, einem Psychoonkologen, im Familien- und Freundeskreis oder im Glauben.“

Das Lebenshaus will Ihnen einen besseren Umgang mit Ihrem Leben mit Nierenkrebs ermöglichen, sie aktivieren und sie bei der Findung ihres „persönlichen“ Weges unterstützen.

Um all die positiven Erfahrungen zu bündeln oder neuen Patienten verschiedene Möglichkeiten zur Krankheitsbewältigung aufzuzeigen wollen wir die Bewohner unseres Lebenshauses persönlich fragen: Was hilft Ihnen mit der Erkrankung zu leben? Welche Hobbies, Sportarten oder Therapien (Kunst, Musik etc.) nutzen Sie?

Wären Sie bereit Ihre persönliche Strategie in einem Video-Interview oder schriftlich mit anderen Betroffenen zu teilen? Dann nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.

Beispiel: Beates Weg

„Die „Diagnose Krebs“ war für mich ein einschneidendes Erlebnis und hat mein gesamtes Leben auf den Kopf gestellt. Während der Reha hatte ich erstmals Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Nach dem anfänglichen Schock habe ich dann versucht, mich meiner Erkrankung AKTIV zu stellen und meine eigenen körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte zu mobilisieren und einzubringen. Neben der Medizin gibt es viele Faktoren, die meinen Genesungsweg beeinflussen. Diese individuellen Gegebenheiten sind für mich ebenso wichtig wie medizinische Behandlung von außen“, sagt Beate, Nierenkrebs-Patientin seit 2009 und Leiterin der Patientengruppe München.

Beate hatte Glück: sie fand während ihrer vielen Arzttermine im Rahmen ihrer Behandlung einen Flyer vom Münchner Verein Lebensmut und dem Offenen Atelier für Menschen, die von einer Krebserkrankung betroffen sind. Sie malte schon seit vielen Jahren autodidaktisch zu Hause und nahm sich vor, das Atelier einmal aufzusuchen. Im Januar 2011 ging sie das erste Mal dort vorbei. Die Kunsttherapeutin im Atelier ermunterte sie zum Malen und Ausprobieren. Der Leuchtturm vom Mutmachbuch des Lebenshauses wurde ihr erstes Motiv. Sie malte ihn nach und dann sprudelte die Kreativität nur so.

„Beim Malen fühle ich mich wohl, ich kann die Sorgen, Ängste und Probleme ausklammern.“

Seit damals besuchte Beate zahlreiche Kunstkurse und hat ihre malerischen Fähigkeiten mit Hilfe des Offenen Ateliers weiterentwickelt. Und im März 2013 machte Beate ihre Bilder im Rahmen einer kleinen Vernissage öffentlich. „Meine Bilder bekamen viel Anerkennung“, erinnert sich Beate. „Ich habe etwas geschafft, was ich mir vor wenigen Jahren nicht mal im Traum gedacht hätte. Mein Leben hat eine positive Wende bekommen“, so die Künstlerin weiter.

Dieses positive Beispiel zeigt, dass Beate ihren persönlichen Weg gefunden hat mit ihrer Erkrankung und den damit einhergehenden Sorgen, Ängsten und Problemen umzugehen.

Sie möchten die Bilder von Beate Heine gerne sehen? www.kunst-leben.com/beate.heine

Eine wichtige Basis kann sein, sich der Erkrankung AKTIV zu stellen und so die eigenen körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte optimal in den Behandlungsprozess einzubringen. Denn diese individuellen Kräfte sind ebenso wichtig wie medizinische Behandlung von außen. Doch dazu gehören Hoffnung, Zuversicht und Mut, die neue Situation – mit all ihren Ungewissheiten – anzunehmen.

Strategien von anderen Betroffenen

Im Folgenden lesen Sie einige Strategien, die anderen Nierenkrebs-Betroffenen im Umgang mit der Erkrankung helfen konnten:

  • Zeit nehmen, um sich mit der Diagnose und Behandlung auseinander zu setzen
  • Aufbau von Wissen über die Erkrankung
  • Erfahrungsaustausch mit Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden
  • eine neue tägliche Routine im eigenen Tempo etablieren
  • Freizeitbeschäftigung, die Freude macht, suchen oder ausbauen
  • Umstellung auf eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise
  • Sorgen mit Familie und Freunden teilen, die Unterstützung bieten können
  • Psychoonkologische Unterstützung

Psychoonkologen können in dieser schweren Zeit Patienten und Angehörigen Wege aufzeigen, mit den Belastungen umzugehen und helfen, sich neu zu orientieren.

Manche Patienten berichten, dass sich ihre Sichtweise auf das Leben verändert hat, sie erachten nun andere Dinge als wichtig z.B. mehr Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen, zu reisen, neuen Hobbies nachzugehen etc. Einige wiederum stellen fest, dass sie nicht mehr in das (berufliche) Leben zurückkehren möchten, das sie vor der Diagnose geführt haben. Andere wollen so schnell wie möglich in ihr „altes Leben“ zurück.

Aber eines ist immer wichtig für Sie zu wissen: Es gibt nicht den einen, richtigen Weg. Ziel ist es, einen individuellen "deinen" Weg zu finden.

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