lebh gist logo header lebh gist headerbild

Tyrosinkinasehemmer Sunitinib und Regorafenib bei GIST - Flexibel dosieren, mehr erreichen

Häufige oder schwere Nebenwirkungen sind die Hauptgründe, warum GIST-Patienten ihre Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer (TKI) abbrechen. Zu früh, wie Experten wissen, denn oftmals wird das Potenzial der Medikamente noch nicht voll ausgeschöpft.

Sunitinib und Regorafenib: Behandlungsschema mit Therapiepause

In der Behandlung von GIST stehen derzeit drei zugelassene Tyrosinkinasehemmer zur Verfügung: Imatinib (Glivec®), Sunitinib (Sutent®) und Regorafenib (Stivarga®)*. Imatinib wird als Dauertherapie gegeben und vergleichsweise gut vertragen. Mit Sunitinib und Regorafenib hingegen gehen oft stärkere Nebenwirkungen einher. Sunitinib ist zugelassen als so genanntes 4/2-Schema. Dabei wird das Medikament in der Dosierung von 50 mg/Tag über 4 Wochen gegeben, gefolgt von 2 Wochen Therapiepause. Auch bei Regorafenib ist eine Therapiepause angedacht: Es wird über 3 Wochen in der Dosierung von 160 mg/Tag verabreicht, anschließend folgt eine Woche Pause.

 

Patientenindividuelle Dosierung: Weniger Nebenwirkungen, längere Therapiedauer

In der klinischen Praxis hat sich jedoch eine so genannte „patientenindividuelle“ oder „flexible“ Dosierung etabliert. Sunitinib wird häufig auch als Dauertherapie mit einer Dosierung von 37,5 mg/Tag eingesetzt. Bei Regorafenib gibt es unterschiedliche Herangehensweisen, wie eine Ende 2017 veröffentlichte Studie nun zeigt. Allen Anpassungen ist jedoch gemeinsam, dass sie u.U. enorme Vorteile für die Patienten bieten. So konnten PD Dr. Peter Reichardt, Berlin und Kollegen in einer Untersuchung zu Sunitinib aus dem tatsächlichen Versorgungsalltag zeigen dass eine auf den Patienten angepasste Dosierung dazu führte, dass die Betroffenen deutlich länger von der Therapie mit dem Medikament profitiert haben. Dadurch verlängerte sich die Zeit bis zum möglichen Fortschreiten der Krankheit sowie die Gesamtüberlebenszeit. Darüber hinaus haben weniger Patienten die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen abgebrochen.

Zu einem ähnlichen Schluss kommt die Forschergruppe um Dr. Margherita Nannini, Bologna, Italien, die die flexible Dosierung mit Regorafenib bei GIST in Italien unter die Lupe genommen hat. Auch hier ist der Grund für eine Anpassung der Dosis oft das Auftreten von (schweren) Nebenwirkungen, vor allem in den ersten Therapiezyklen – also innerhalb der ersten 2-3 Monate. Diese Tatsache führt häufig dazu, dass Patienten die Therapie bereits sehr früh abbrechen. Durch die Dosisanpassung konnten die Nebenwirkungen reduziert werden, sodass sich die Zeit, die die Patienten die Therapie einnehmen konnten, verlängerte.

Während die Daten zu Sunitinib umfangreich sind, gibt es bei einer möglichen Anpassung der Dosierung von Regorafenib weiterhin offene Fragen – vor allem, welche Dosierung und welches Regime (Dauertherapie oder Schema mit Therapiepause) die bevorzugte Option sein sollte.

Generell gilt: Bitte passen Sie die Dosierung Ihres Medikaments niemals eigenmächtig an. Wenn Sie (zu) stark unter Nebenwirkungen leiden, sprechen Sie dies bei Ihrem auf Sarkome bzw. GIST spezialisierten Arzt an und diskutieren Sie die Möglichkeit einer für Sie besser passenden Dosierung.

*Regorafenib ist in Deutschland zugelassen, das Pharmaunternehmen Bayer hat allerdings 2016 den Vertrieb in Deutschland eingestellt. Patienten, die ihre laufende Therapie fortsetzen müssen oder die Regorafenib in Zukunft benötigen, können das Medikament über einen Einzelimport nach §73, Abs. 1 AMG weiter erhalten. Weitere Informationen dazu können beim Lebenshaus erfragt werden.

Im Gespräch

Veranstaltungen

Login

German English French Italian Portuguese Russian Spanish Turkish

EU-Datenschutz