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Pembrolizumab + Axitinib - neue Kombinationstherapie für Nierenkrebs-Patienten zugelassen

Pembrolizumab + Axitinib - neue Kombinationstherapie für Nierenkrebs-Patienten zugelassen

Gute Neuigkeiten für Nierenkrebs-Patienten in Deutschland: Die Kombinationstherapie aus Pembrolizumab (Keytruda®) und Axitinib (Inlyta®) ist nun auch hierzulande für die Behandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms in Erstlinie (d.h. für unbehandelte Nierenkrebs-Patienten) zugelassen. Hierbei handelt es sich um die erste Zulassung einer Kombination aus einem sogenannten Immuncheckpointhemmer (in diesem Fall Pembrolizumab) und einem multi-Tyrosinkinase-Inhibitor (Axitinib). Axitinib ist bereits als Einzeltherapie in Zweitlinie (also nach Vorbehandlung mit einem anderen Wirkstoff) für das metastasierte Nierenzellkarzinom zugelassen.

 

Die Zulassung der neuen Kombinationstherapie basiert auf den Ergebnissen der KEYNOTE 426 Studie, über die wir bereits berichteten (Keynote 426). Weltweit nahmen 861 metastasierte Nierenkrebspatienten daran teil. Die Studienteilnehmer waren alle unbehandelt, das heißt, sie erhielten vor der Studie keine andere Therapie zur Behandlung der metastasierten Erkrankung. Alle Studienteilnehmer wurden per Zufallsgenerator in zwei Gruppen eingeteilt. In einer Gruppe erhielten die Patienten alle 3 Wochen 200 mg Pembrolizumab intravenös, sowie zweimal täglich jeweils 5mg Axitinib, wobei Pembrolizumab für maximal 2 Jahre verabreicht wurde. In der Kontroll-Gruppe erhielten die Patienten 50 mg Sunitinib (Sutent®) täglich für 4 Wochen, gefolgt von einer zweiwöchigen Therapiepause. Endpunkte der Studie waren die Beobachtung des Gesamtüberlebens und der progressionsfreien Überlebenszeit (der Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung), sowie der Anzahl der Patienten, die auf beide Therapien ansprechen.

Obwohl die Studie noch läuft, konnte aufgrund der bereits ausgewerteten Daten festgestellt werden, dass die Kombinationstherapie bezüglich aller drei Endpunkte bessere Ergebnisse zeigt als die Behandlung mit Sunitinib.

Die häufigsten Nebenwirkungen in der Gruppe der Patienten unter Kombinationstherapie mit Pembrolizumab und Axitinib waren Durchfall, Fatigue, hoher Blutdruck, Unterfunktion der Schilddrüse, Hand-Fuß-Syndrom, Appetitlosigkeit, sowie Lebertoxizität. Wegen der schädlichen Wirkung auf die Leber mussten 13 Prozent der Patienten in der Gruppe Pembrolizumab plus Axitinib die Therapie abbrechen.

Aufgrund der guten Ergebnisse der KEYNOTE 426 Studie empfiehlt die Europäische Gesellschaft für Urologie (European Association of Urology EAU) die Kombinationstherapie als neue Standardbehandlung in Erstlinie, d.h. für Patienten mit metastasiertem Nierenkrebs, die zuvor noch keine andere Therapie erhalten haben. Ähnliches erwarten wir auch für die deutschen Behandlungsleitlinien, die derzeit überarbeitet werden.

Quellen:
https://immuno-oncologynews.com/2019/08/02/ema-approval-of-keytruda-inlyta-combo-renal-cell-carcinoma/

https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1816714

https://www.europeanurology.com/article/S0302-2838%2819%2930426-9/fulltext

 

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