lebh dach logo header lebh dach headerbild

NIERENKREBS

leistenbild-nier

Aktuelles

Neues vom ASCO GU über "nicht-klarzellige Nierenzellkarzinome" (papillär, chromophob...)

Dr. Ramaprasad Srinivasan vom amerikanischem Krebs Institut (NIH / NCI) ist spezialisiert auf die nicht-klarzelligen Nierenzellkarzinome, z.B.: papilläres Nierenzellkarzinom Typ 1 und 2, chromophobes Nierenzellkarzinom, Ductus Bellini, HLRCC und andere. Er zeigte in seiner Präsentation, dass die Gruppe der nicht-klarzelligen Nierenzellkarzinom eine Gruppe mit sehr unterschiedlichen Untertypen von Nierenzellkarzinomen ist. Die einzelnen Tumorentitäten haben z.B. ein unterschiedlich gutes Ansprechen auf Therapien oder metastasieren später oder früher. Als Beispiel für die Unterschiedlichkeit könnte man folgende Beschreibung nehmen: gestreifte Tiere (nicht-klarzellige Nierenzellkarzinome) können z.B.

  • Zebras (papilläres Nierenzellkarzinom Typ 1) oder
  • Tiger (HLRCC Nierenzellkarzinom) sein.

Mit diesem bildlichen Vergleich warnte er davor alle nicht-klarzelligen Nierentumore in einen Topf zu schmeißen. Dr. Srinivasan betreibt mit seinem Team Forschung auf Molekularebene in der Uro-Onkologie. Sein Ziel ist es die Gruppe der nicht-klarzeligen Nierenzellkarzinome besser zu verstehen. Er hofft, dass seine Forschungsergebnisse dazu beitragen können, dass in Zukunft zielgerichtetere Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit diesen Tumoren zur Verfügung gestellt werden können.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie, wenn Sie unten links auf "weiterlesen" klicken.

 

 

Er stellte einige dieser nicht-klarzelligen Nierenzellkarzinom Tumoren auf Molekularebene und Studien für eine zielgerichtetere Behandlung vor, z.B.

  • Studien mit Wirkstoffen zur Hemmung des Wachstumsfaktors MET, welcher beim papillären Nierenzellkarzinom eine große Rolle zu spielen scheint. MET wird u.a. in folgenden Wirkstoffen gehemmt:
    • Cabozantinib (Cometriq®) - hier berichteten wir über die erfolgreich abgeschlossene Phase 3 Studie auf dem europäischem Krebskongress.
    • Crizotinib (Xalkori®) - ist für die Behandlung bei einer bestimmten Mutation beim nicht kleinzelligen Lungenkrebs zugelassen und befindet sich für weitere Tumorentitäten (u.a. papilläres Nierenzellkarzinom Typ 1) auch in Deutschland in Studien.
    • Savolitinib (vormals Volitinib – Studienwirkstoffname: AZD6094 / HMPL-504) - ist ein noch nicht zugelassener Wirkstoff, der sich generell noch in Phase II Studien befindet. Die Studie für papilläre Nierenzellkarzinome findet nicht in Deutschland statt und nimmt leider auch keine Patienten mehr auf.
    • Capmatinib (Studienwirkstoffname: INC280 / INCB28060) - ist auch ein noch nicht zugelassener Wirkstoff, der sich generell noch in Phase II Studien befindet. Die Studie für papilläre Nierenzellkarzinome findet ausschließlich am amerikanischem Krebs Institut bei Dr. Srinivasan statt.
  • Eine Studie für Patienten mit nicht erblich bedingtem (sporadischem) papillären Nierenzellkarzinomen und mit dem seltenen Subtyp „Nierenzellkarzinom bei erblich bedingten (hereditären) Leiomyomatose Syndrom (HLRCC)“: Besonders die HLRCC Patienten sprachen sehr gut auf eine Therapie-Kombination von Bevacizumab (Avastin®) und Eroltinib (Tarceva®) an. Aber auch Patienten mit einem sporadischen (nicht erblich bedingten) papillären Nierenzellkarzinom sprachen gut auf diese Therapiekombination an. Zur Zeit wird die Studie für diese Wirkstoffkombination auf mehr Patienten erweitert, um die Wirksamkeit zu bestätigen, bis dahin steht diese Wirkstoffkombination nur den Patienten in der Studie zur Verfügung. Auch diese Studie findet ausschließlich am amerikanischem Krebs Institut statt .
  • Eine Studie mit dem Wirkstoff Everolimus (Afinitor®) bei Patienten, die ein Nierenzellkarzinom wegen des erblich bedingten Birt-Hogg-Dubé Syndroms bekommen haben im Vergleich zu Patienten, bei denen ein chromophobes Nierenzellkarzinom zufällig entstanden ist (sporadisch). Everolimus ist bereits für die Behandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms zugelassen. Unklar ist, ob der Wirkstoff auch bei diesem Patientenkollektiv wirken wird. Auch diese Studie findet ausschließlich am amerikanischem Krebs Institut bei Dr. Srinivasan statt.

Hinweis vom Lebenshaus zu dieser Zusammenfassung:
Die Ausführungen von Dr. Srinivasan zeigten deutlich, dass die Experten stark daran interessiert sind, dass die Behandlungsoptionen für die nicht-klarzelligen Nierenzellkarzinome besser erforscht werden. Auch die IKCC - die internationale Vereinigung der Nierenkrebs-Patientengruppen - hat daran ein großes Interesse. Aus diesem Grund hat die IKCC auf dem diesjährigen ASCO GU eine Expertenrunde initiiert, damit sich Experten aus verschiedenen Forschungsgebieten und aus verschiedenen Ländern zu diesen Tumoren austauschen können. Ziel war es unter anderem auch, die Forschung auf die Bedürfnisse der Nierenkrebs-Patienten abstimmen zu können und die internationale Zusammenarbeit zu diesem Thema zu fördern.

Sollten Sie Fragen zu diesem Bericht haben, zögern Sie nicht uns anzurufen oder Ihren behandelnden Nierenkrebs-Experten zu befragen.

Neues vom ASCO GU: Neues über klinische Studien be...
Heute ist Welt-Nieren-Tag "World kidney day"

Ähnliche Beiträge

Kommentare

 
Keine Kommentare vorhanden
Bereits registriert? Hier einloggen
Gäste
Montag, 24. Juni 2019

Im Gespräch

Login

German English French Italian Portuguese Russian Spanish Turkish

EU-Datenschutz