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NIERENKREBS

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Neues aus der Forschung: Könnte ein Bluttest vorhersagen, ob man an Nierenkrebs erkrankt?

Neues aus der Forschung: Könnte ein Bluttest vorhersagen, ob man an Nierenkrebs erkrankt?

Für die Diagnose einer Erkrankung oder um den Erfolg einer Therapie zu beurteilen, stehen den Ärzten für manche Krankheiten sogenannte Biomarker zur Verfügung. Biomarker sind Messwerte von bestimmten Merkmalen, wie zum Bespiel Bestandteile des Blutes, die darauf hinweisen können, dass krankhafte Prozesse im Körper stattfinden. Für einige Krankheiten, auch Krebserkrankungen, gibt es solche Biomarker bereits (z.B. der PSA-Wert für Prostatakrebs). Diese spezifischen Messwerte können einerseits auf eine Erkrankung hindeuten, andererseits kann man mit Hilfe von Biomarkern den Erfolg einer Therapie beurteilen, zum Beispiel wenn diese während einer Therapie sinken.

 

Natürlich ist das Interesse medizinischer Forscher sowie der Pharmaindustrie an der Entwicklung solcher Biomarker sehr groß. Leider standen bisher keine derartigen Marker für das Nierenzellkarzinom zur Verfügung. Nun könnte den Forschern des Brigham and Women‘s Hospital (BWH) und des Beth-Israel Deaconess Medical Center, in Boston USA, ein Durchbruch auf diesem Gebiet gelungen sein. In einer Studie haben sie festgestellt, dass Menschen, die in den Folgejahren an Nierenkrebs erkrankten, andere Mengen eines bestimmten Eiweißes im Blut und Urin hatten, als die Vergleichsgruppe an „Gesunden“. Der Name dieses Eiweißes KIM-1, abgeleitet vom englischen Wort Kidney-Injury-Molecule, weist auf eine mögliche Schädigung der Nieren hin. Die Forscher stellten sich die Frage, ob Jahre vor der Diagnose eines Nierenzellkarzinoms, eine erhöhte Konzentration von KIM-1 im Blut etwas über eine mögliche, zukünftige Erkrankung aussagen könnte.

Dr. Venkata Sabbisetti, PhD., Forscher am BWH unterstreicht: „Die Früherkennung von Nierenkrebs kann Leben retten. Nierenkrebs im frühen Stadium ist oft heilbar, im fortgeschrittenen Stadium sterben dagegen noch immer viel zu viele Patienten an der Erkrankung. Dadurch, dass Nierenkrebs im Anfangsstadium kaum typische Symptome verursacht, wird die Erkrankung leider bei vielen Patienten viel zu spät entdeckt. Die Resultate unserer Forschung lassen vermuten, dass durch die Messung der Konzentration von KIM-1 im Blut, die Krankheit in einem frühen und heilbaren Stadium diagnostiziert werden könnte.“

Im Rahmen des Forschungsprogramms „Europa gegen Krebs“ wurde bereits 1992 die europäische Studie „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“ - kurz EPIC -Studie - ins Leben gerufen. Das Ziel der EPIC-Studie ist, mögliche Zusammenhänge zwischen Ernährung und anderen Faktoren und Krebs, sowie anderen chronischen Erkrankungen, aufzuklären. Die Forscher der Bostoner KIM-1 Arbeitsgruppe verwendeten nun genau die Blutproben von 190 Studienteilnehmern der EPIC-Studie, die im Laufe der Jahre an Nierenkrebs erkrankt sind. Die KIM-1 Werte dieser Patienten wurden mit den Werten von anderen Teilnehmern verglichen, die keinen Nierenkrebs entwickelten. Die Gruppe an Nicht-Erkrankten wurde bezüglich Alter, Gewicht, Raucherstatus, usw. vergleichbar zu der Gruppe der Erkrankten ausgewählt.

Das Ergebnis: Diejenigen, die mit der Zeit Nierenkrebs entwickelten, hatten im Vergleich zu den Nicht-Erkrankten einen viel höheren KIM-1-Wert im Blut. Die Vermutung liegt nahe, dass erhöhte Werte dieses Eiweißes im Blut mit einer hohen Wahrscheinlichkeit einher gehen, in der Zukunft Nierenkrebs zu entwickeln. Weitere Forschungen diesbezüglich sind allerdings noch nötig.

Diese Ergebnisse sind sehr vielversprechend und könnten dazu führen, dass bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Nierenkrebs, dieser Bluttest kombiniert wird mit bildgebenden Verfahren, um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

Quellen:
www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30037816
www.genengnews.com/gen-news-highlights/kidney-cancer-biomarker-predicts-disease-risk-and-survival/81256131

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