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Neues aus der Forschung: Aktive Überwachung für Patienten mit lokal begrenztem Nierenzellkarzinom ist langfristig sicher

Neues aus der Forschung:
Aktive Überwachung für Patienten mit lokal begrenztem
Nierenzellkarzinom ist langfristig sicher

Die „aktive Überwachung“ (englisch: Active Surveillance) ist eigentlich keine klassische Therapie, sondern viel mehr eine besondere Form der Behandlung oder eben „Nicht-Behandlung“. Bei einigen Krebserkrankungen im Frühstadium entscheidet man sich dabei bewusst, die Entwicklung eines lokal begrenzten Tumors erst einmal nur zu beobachten und nicht gleich mit einer Behandlung zu starten. Nachdem diese Methode bei ausgewählten Patienten mit Prostatakrebs im Frühstadium gute Erfolge zeigte, stellten sich Forscher die Frage, ob die aktive Überwachung auch für Nierenkrebspatienten in einem frühen Stadium eine Behandlungsmöglichkeit sein könnte.

Die aktive Überwachung bedeutet keineswegs, dass der Arzt nichts tut! Ganz im Gegenteil: In regelmäßigen Abständen wird der Tumor durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT, beobachtet. Dabei werden Fragen beantwortet, wie zum Beispiel: Ist der Tumor gewachsen, oder ist er in seiner Entwicklung stehen geblieben? Wie ist der Allgemeinzustand des Patienten? Wie geht es dem Patienten psychisch dabei?

Wächst der Tumor oder verändert er sich, so wird der Arzt sofort eine entsprechende Krebstherapie einleiten. Wichtig dabei ist, auch auf den Wunsch des Patienten einzugehen. Fühlt sich der Patient unwohl mit dieser Strategie und spricht nichts gegen eine sofortige Behandlung, so kann die aktive Überwachung jederzeit beendet werden und eine Krebsbehandlung beginnen.

Laut einer vor kurzem veröffentlichten Studie, ist die aktive Überwachung bei Patienten mit einem lokal begrenzten Nierenzellkarzinom (kleiner Tumor, keine vorhandenen Metastasen) auch auf lange Sicht eine sichere Strategie. Diese Schlussfolgerung beruht auf Daten von 457 Patienten, die zwischen 2000 und 2016 kleine Nierenzellkarzinome oder zystische Veränderungen auf der Niere hatten. 85% der Patienten zeigten solide Tumoren mit Verdacht auf Nierenzellkarzinom, die restlichen Patienten hatten Zysten im Bosniak-Stadium III/IV. Die Hälfte der Patienten war älter als 70 Jahre und der Beobachtungszeitraum lag bei 67 Monaten. Die Hälfte der beobachteten Befunde auf der Niere hatte einen Maximaldurchmesser kleiner als 2,1cm, lediglich bei 13% war der Durchmesser größer als 4,1cm. Bei zirka einem Drittel der Patienten, wurde im Verlauf der aktiven Beobachtung entschieden, mit einer Krebstherapie zu beginnen (Operation, lokale Ablation).

Interessant zu wissen: Die Entscheidung zum Abbruch der aktiven Überwachung und für eine Krebstherapie fiel meist in den ersten 2-3 Jahren nach Diagnosestellung. Zusätzlich nahm die Zahl der Patienten, die eine Therapie benötigten mit der Zeit ab. Dies bedeutet, dass durch die aktive Überwachung gerade die Patienten, die eine Operation benötigen, möglichst früh identifiziert werden können. Je länger die Diagnosestellung zurück liegt, umso unwahrscheinlicher wird es, dass Patienten eineTherapie benötigen. Nach fünf Jahren waren noch 89% der Patienten aus der Studie am Leben. Das Sterberisiko war bei den Patienten, die nach Beobachtung eine aktive Krebsbehandlung erhielten (z.B. eine Operation) nicht größer als bei den Patienten, die lediglich unter aktiver Beobachtung standen. Innerhalb von fünf Jahren verstarben lediglich1,2% der Patienten bedingt durch die Krebserkrankung. Nach mehr als fünf Jahren der aktiven Beobachtung kam es nur bei einem einzigen Patienten zur Bildung von Metastasen (Fernabsiedlungen in anderen Organen).

Diese Daten lassen vermuten, dass es sinnvoll sein könnte, kleine Veränderungen an der Niere nicht sofort operativ zu entfernen, sondern erst einmal durch aktive Überwachung zu beobachten. Wichtig dabei ist, dass der Patient sich mit dieser Strategie sicher und wohl fühlt. Dabei müssen die, vom behandelnden Arzt vorgeschlagenen Fristen und Untersuchungen strikt eingehalten werden. Die Entscheidung zu dieser Behandlungsmethode wird immer individuell vom Arzt zusammen mit dem Patientengetroffen.

Quelle:
www.europeanurology.com/article/S0302-2838(18)30187-8/fulltext

 

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