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Ursachen/Risikofaktoren?

Die Ursachen für Weichgewebesarkome sind bisher weitgehend ungeklärt. Der Kontakt mit einigen Industriegiften wurde vor einigen Jahren als mögliche Ursache für Sarkome genannt, allerdings konnte ein sicherer Beweis dafür letztlich nicht gefunden werden. Mutmaßliche Risikofaktoren scheinen die verstärkte Einwirkung von Polyvinylchlorid („PVC") oder Asbest zu sein.

Nach vorangegangener Strahlentherapie können Sarkome im Bereich der bestrahlten Körperregion beobachtet werden (= strahleninduzierte Sarkome). Beispiel: Angiosarkome, die Jahre nach vorangegangener Bestrahlung bei Brustkrebs (= Mammakarzinom) entstehen können.

Außerdem werden Sarkome bei bestimmten angeborenen Gen-Defekten beobachtet, die dann häufig zur Ausbildung verschiedener Tumoren führen. Diese „Syndrome" sind aber sehr selten und machen nur einen sehr geringen Anteil der Sarkome aus.

Nahezu die meisten Sarkome treten „spontan" auf; ein konkreter Auslöser lässt sich in den allermeisten Fällen nicht finden. Die Ursache vieler Sarkome sind sogenannte „somatische Mutationen". Eine Mutation (v. lat. mutatio „Veränderung") ist eine Veränderung des Erbgutes einer Zelle durch Veränderung der Abfolge der Nukleinbasen oder durch Veränderungen in den Chromosomen. Durch eine Mutation wird die in der DNA gespeicherte Information verändert und dadurch können einzelne Merkmale verändert werden. Einfacher erklärt: Durch Einflussfaktoren / Auslöser, die man in meisten Fällen nicht kennt, kommt es zur Veränderung des Erbgutes in einer Zelle. Diese Veränderung führt dazu, dass das Zellwachstum außer Kontrolle gerät, Zellen – ohne natürlichen Stopp – unkontrolliert wachsen und sich zu Zellverbänden (Gewebewucherungen) entwickeln.

Viele Krebserkrankungen – so auch etliche Sarkome – treten erst im Alter auf. Dies hat mit dem natürlichen Alterungsprozess des Körpers zu tun. Das heißt: Je älter man wird, desto weniger widerstandsfähig wird der Körper – „Reparatur-Mechanismen" funktionieren evtl. schlechter als in jungen Jahren.

WICHTIG: Dies alles ist sehr wichtig für Sie als Betroffene/r!
Denn: Es gibt keine Antworten auf die Fragen:

  • Warum habe ausgerechnet ICH ein Sarkom bekommen?
  • Was war der Auslöser in meinem Leben?
  • Was habe ich falsch gemacht?

Es gibt tatsächlich keinerlei Beweise dafür, dass bestimmte Persönlichkeiten Sarkome oder allgemein Krebs bekommen oder dieser durch schmerzliche Lebenserfahrungen ausgelöst wird. Selbst wenn Sie durch eine bestimmte Lebensführung die wenigen wissenschaftlich belegten Risikofaktoren für Krebs gefördert hätten wie z.B. durch Rauchen: Für das weitere Leben mit einem Sarkom ist es besser, wenn Sie sich von Fragen nach den Gründen oder sogar Vorwürfen völlig frei machen.

 

Heilung/Prognose?

„Wie hoch sind die Chancen auf eine Heilung bei einem Sarkom?"
Dies ist für einen Betroffenen natürlich die wichtigste Frage. Gleichzeitig ist sie – auch für Experten die Frage, die am Schwierigsten zu beantworten ist! Grundsätzlich gilt, dass niemand mit Bestimmtheit für den einzelnen Patienten zu Beginn der Erkrankung sagen kann, ob die Erkrankung geheilt werden kann.

BEISPIEL: Ein amerikanischer Mediziner hat es einmal sehr plastisch formuliert: „Ein Sarkom zu diagnostizieren, sein Verhalten vorauszusagen und es zu therapieren, ist vergleichbar mit der Situation einen großen Sack zu bekommen – mit dem Hinweis „Hier scheint eine Katze drin zu sein." Es gibt Hunderte von Katzenarten – mit völlig unterschiedlichen Verhaltensweisen. Sie wissen anfangs zunächst nicht – ob da ein kleines zahmes Hauskätzchen oder ein extrem aggressiver Königstiger drin ist. Erst durch Nachschauen, Bestimmen der Art, Untersuchen des Verhaltens u.v.m. stellen Sie fest, was es ist und wie Sie damit umgehen müssen. Die große Kunst besteht nun darin, mit der Katze zu leben bzw. sie zu zähmen oder den lebensgefährlichen Tiger für immer – bzw. so lange wie möglich – ruhig zu stellen."

Die Aussicht auf Heilung hängt sehr vom Erkrankungsstadium ab: Je früher ein Sarkom entdeckt wird, das heißt je kleiner der Primär- oder Haupttumor ist und je weniger er anderes Gewebe angegriffen hat, desto besser ist auch die Aussicht auf einen Behandlungserfolg. Sind umgebende Lymphknoten befallen oder haben sich bereits Metastasen in weiter entferntem Gewebe gebildet, verschlechtert sich die Prognose.

Unter Heilung versteht man, dass die Tumoren entfernt wurden und über einen Zeitraum von fünf Jahren kein neuer Tumor aufgetreten ist. Nach fünf Jahren „Tumorfreiheit" ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor wiederkommt (= Rezidiv) oder Metastasen auftreten, vergleichsweise gering. Dennoch ist auch noch nach fünf Jahren das Wiederauftreten eines Tumors möglich. Daher sollten auch weiterhin regelmäßig Kontroll-Untersuchungen wahrgenommen werden.

Ganz allgemein lässt sich feststellen, dass ein erheblicher Teil aller Patienten mit einem Weichgewebesarkom, die bei Erstdiagnose keine Metastasen aufweisen, nach fachgerechter Behandlung des Ersttumors langfristig tumorfrei bleibt und somit die Chancen auf eine Heilung gut sind. Bei Vorliegen von Metastasen sind die Chancen auf eine dauerhafte Tumorfreiheit deutlich geringer. Abhängig vom Risikoprofil (Wachstumseigenschaften des Tumors, Anzahl, Größe und Lokalisation der Metastasen, Begleiterkrankungen) kann aber auch in dieser Situation unter bestimmten Voraussetzungen noch eine Heilungschance vorhanden sein.

 

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