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Einleitung

Differenzierung?

Neben der Einteilung nach dem Gewebe, dem die Tumore entstammen, kann man sie auch nach dem Grad der Ähnlichkeit mit dem Herkunftsgewebe unterscheiden. Sind sich Tumor- und Gewebezellen des Ursprungsgewebes ähnlich, so spricht man von differenzierten Tumorzellen; sind die Tumorzellen so entartet, dass ihre Herkunft und das Ursprungsgewebe nicht mehr bestimmt werden können, so werden sie als de- oder undifferenziert bezeichnet. Der Grad der Differenzierung ist neben der Größe, der Lage und dem Vorhandensein von Tochtergeschwülsten (= Metastasen) für die Behandlungsplanung von großer Bedeutung. Je differenzierter und kleiner ein Tumor ist und je weniger Metastasen er gebildet hat, desto eher kann mit einem Behandlungserfolg gerechnet werden.

 

Geschlecht/Alter?

Auf Basis von Daten aus verschiedenen Sarkom-Registern treten Sarkome bei Männer und Frauen in etwa gleich oft auf. Grundsätzlich scheinen Sarkome in allen Altersgruppen vorzukommen. Weichgewebesarkome treten jedoch häufiger bei Patienten über 40 Jahren auf – wobei Weichgewebesarkome bei Kindern extrem selten sind. Bei der Gruppe Kinder bilden wiederum die jüngeren Kinder – hier vor allem mit der Diagnose Rhabdomyosarkom – die größte Gruppe.

 

Häufigkeit?

Viele „Tumoren in den Weichteilen" sind gutartig (= benigne) und weisen nach chirurgischer Entfernung eine hohe Heilungsrate auf. Benigne, mesynchymale Tumoren kommen mindestens 100-mal häufiger vor als die Sarkome. Während die klinische Inzidenz gutartiger Weichgewebe-tumoren auf 3.000 pro 1 Mio. Einwohner geschätzt wird, liegt die Häufigkeit von Weichgewebesarkomen deutlich niedriger.


Wie bereits beschrieben, wird die Neuerkrankungsrate bei den Sarkomen in Europa auf durchschnittlich 4 bis 5 pro 100.000 Einwohner pro Jahr geschätzt. Das hieße ca. 4.000 – 5.000 neue Betroffene in Deutschland. Im Vergleich zu den häufigen Krebserkrankungen wie z.B. Brustkrebs mit ca. 72.000 Neuerkrankungen/Jahr oder Prostatakrebs mit ca. 63.000 Neuerkrankungen/Jahr (Robert-Koch-Institut 2008) sind die Weichgewebesarkome als selten einzustufen. Dies ist auch der Grund, warum sie unter „Seltene Krebsarten" (engl. = Rare Cancers) laufen und oft den Status der „Orphan Diseases" haben.

Lesen Sie hier mehr:  pdf  Beobachtung der Rare Cancers in Europa: Seltene Krebsarten sind häufiger als man denkt!  (1.61 MB)

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Symptome?

Hauptsymptom eines Weichgewebesarkoms ist eine Raumforderung (Schwellung, Wucherung) ohne weitere spezifische Beschwerden. Die Tatsachen, dass es oft kaum charakteristische Symptome gibt, und dass die Entwicklung der Tumoren in Körperregionen erfolgt, an denen man sie unter Umständen erst spät bemerkt, führen leider häufig zu einer späten Diagnose. So erfolgt die Erstdiagnose oft bereits mit lokal fortgeschrittenen Tumoren und einer Metastasierung bei etwa 10 bis 20% der Patienten.

Allgemeine Tumorsymptome können z.B. sein:

  • Appetitlosigkeit/vorzeitiges Sättigungsgefühl
  • Gewichtsabnahme (z.B. > 10% des Körpergewichtes ohne erkennbare Ursache)
  • Allgemeine Schwäche/Leistungsabfall
  • Schmerzen (Tumor drückt z.B. auf Nerven oder umliegende Organe)
  • Temperaturerhöhung/Fieber
  • Anämie
  • Symptome bei Tumoren im Gastrointestinal-Trakt könnten z.B. sein: Völlegefühl, Schmerzen (Stiche),
  • Blutungen (Teerstuhl), Übelkeit, Verstopfung

Der Verdacht auf ein Sarkom besteht bei:

  • Jedem Knoten >>> größer 2cm²
  • Jedem neu aufgetretenen Knoten
  • Jedem tiefer gelegenen Knoten
  • Jedem Knoten/jeder Schwellungen mit raschem Wachstum
  • Jedem tiefen, großen Bluterguss (= Hämatom)

Häufige erste Verdachtsdiagnosen können sein:

  • Hämatom,
  • Sportverletzung,
  • gutartige Tumoren (Bsp. Lipom, Fibrom, Leiomyom),
  • Bakerzyste
  • u.v.m.

WICHTIG: Diese Situationen sollten in erfahrenen Sarkom-Zentren abgeklärt werden – VOR eventuell nicht fachmännisch durchgeführten Versuchen, die Knoten/Schwellungen/ Raumforderungen zu öffnen, Gewebeproben (= Biopsien) zu entnehmen oder „mal eben" den Tumor in einer eilig organisierten Operation zu entfernen!

 

Lokalisation?

Weichgewebesarkome kennen keine Grenzen! Sie können überall im Körper – das heißt im Weichgewebe, in der Haut und in verschiedenen Organen entstehen. Grob eingeteilt treten sie ca. wie folgt auf:

15% Kopf-Hals-Region
15% Obere Extremitäten
15% Körperstamm
15% Retroperitoneum
40% Untere Extremitäten
(„Retroperitoneal" bedeutet „hinter dem Peritoneum" – hinter dem Bauchfell.)

 

Metastasierung?

Als Metastase (griechisch meta = weg und stáse = die Stelle, der Ort – also etwa die Übersiedelung an einen anderen Ort) wird die Absiedlung eines bösartigen Tumors bezeichnet. Die lateinische Bezeichnung ist Filia (dt.: die Tochter, Pl.: Filiae) und bedeutet „die Tochtergeschwulst". Metastasen im engeren Sinne bezeichnen also Absiedlungen eines Tumors in entferntem Gewebe. Die Fähigkeit, Metastasen zu bilden, verschlechtert in vielen Fällen die Prognose.

Bei den Weichgewebesarkomen steht die Metastasierung über den Blutstrom im Vordergrund. Vornehmliches Zielorgan ist hierbei die Lunge, die bei über 70% der Patienten mit Metastasen betroffen ist. Weitere Zielorgane sind die Leber (besonders bei Primärtumoren im Magen-Darm-Trakt) und seltener das Skelettsystem (Knochen-Metastasen). Lymphknoten-Metastasen werden nur selten diagnostiziert; lediglich bei einigen histologischen Untergruppen, wie z.B. den Rhabdomyosarkomen oder Synovialsarkomen, muss mit Lymphknoten-Metastasen gerechnet werden. Bei 40 – 60% der Patienten mit undifferenzierten G2/G3–Tumoren, die tief lokalisiert und größer 5 cm sind, ist trotz lokaler Tumorkontrolle mit der Entwicklung von Metastasen zu rechnen.

 

Dignität?

Dignität (hier = Wertigkeit) bezeichnet die Eigenschaft von Tumoren. Gutartige (benigne) Tumore wachsen lokal begrenzt und dringen nicht in benachbarte Strukturen ein, können jedoch durch ihr Volumen Probleme verursachen. Bösartige (= maligne) Tumoren (= Krebs) können den Organismus massiv schädigen. Wesentlich für die Einordnung als maligne ist die Möglichkeit der Metastasierung und des eindringenden (= invasiven) Wachstums.

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