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NIERENKREBS

Basiswissen Nierenkrebs


Um Nierenkrebs und seine Behandlung besser zu verstehen, ist es wichtig ein Grundverständnis zu haben: z.B. über den Aufbau und die Funktion der Nieren und des Lymphsystems - aber auch wie Krebs überhaupt entsteht.

Sitz und Aufbau der Nieren

Die meisten Menschen haben zwei Nieren. Beide liegen im oberen, hinteren Bauchraum, rechts und links der Wirbelsäule, direkt unter den Rippen. Die Nieren sind von Bindegewebe und einer Fettschicht umgeben, Gerota-Faszie genannt. Eine Niere ist etwa 10 bis 12 cm hoch, 5 bis 7 cm breit ca. 3 bis 4 cm dick und wiegt zwischen 120 und 200 g.

Direkt über der Niere sitzt die Nebenniere, die z.B. auch Hormone produziert. Die Nebenniere ist eine Drüse und gehört nicht zum Harntrakt.

Frau Urogenitales System mit BeschreibungMann Urogenitales System mit Beschreibung

Im täglichen Leben nehmen wir die Nieren normalerweise kaum wahr. Dennoch sind sie für die Vorgänge im Körper sehr wichtig:

  • sie regulieren den Wasser- und Salzhaushalt
  • sie regulieren die Höhe des Blutdrucks,
  • sie produzieren wichtige Hormone,
  • sie sind gemeinsam mit dem Darm zuständig für die Filterung und Entsorgung von Reststoffen, die der Körper nicht mehr verwerten kann. Während der Darm für die Verwertung der Feststoffe zuständig ist, sorgt die Niere für die Reinigung des Blutes.

Funktion der Nieren

Im täglichen Leben nehmen wir die Nieren normalerweise kaum wahr. Dennoch sind sie für die Vorgänge im Körper sehr wichtig:

  • sie regulieren den Wasser- und Salzhaushalt
  • sie regulieren die Höhe des Blutdrucks,
  • sie produzieren wichtige Hormone,
  • sie sind gemeinsam mit dem Darm zuständig für die Filterung und Entsorgung von Reststoffen, die der Körper nicht mehr verwerten kann. Während der Darm für die Verwertung der Feststoffe zuständig ist, sorgt die Niere für die Reinigung des Blutes.

Aufgaben der Niere

Um die Filterfunktion für das Blut ausüben zu können, sind die Nieren stark durchblutet und mit großen Blutgefäßen verbunden. Über die Nierenarterien werden täglich bis zu 1.700 Liter Blut in die Nieren geleitet. Dort wird das Blut gereinigt, Reststoffe (Wasser und Salze) werden gefiltert und dem Körper wieder zugeführt. Dabei entsteht Urin, der dann über den Harnleiter in die Blase weiter transportiert wird. Von dort aus wird er über die Harnröhre ausgeschieden. Das gereinigte Blut wird dem Körper über die Nierenvenen wieder zugeführt.

99 % der von der Niere gefilterten Flüssigkeit – ca. 180 Liter pro Tag – verbleiben somit in unserem Körper, 1% wird als konzentrierter Harn über die Blase ausgeschieden (ca. 1,5 – 2 Liter).

Das Lymphsystem

Das Lymphsystem ist ein Teil des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystem), kann aber eine Rolle bei der Streuung von Krebszellen spielen. Es besteht aus einem Netzwerk von winzigen Röhrchen, das fast durch den gesamten Körper geht. In diesen Röhrchen befindet sich eine klare wässrige Flüssigkeit die sogenannte Lymphe. Genau wie auch im Blutstrom, werden in der Lymphflüssigkeit des Systems, Stoffe und Substanzen transportiert.

In diesem Netzwerk aus Röhrchen gibt es Hunderte von kleinen Drüsen, die wie Bohnen geformt sind. Diese werden Lymphknoten genannt. Größere Ansammlungen von Lymphknoten befinden sich z.B. in den Achselhöhlen, an Hals und Schlüsselbein und in der Leistengegend. Im Brust- und Bauchraum sind die inneren Organe (auch die Nieren!) von Lymphgefäßen und Lymphknoten umgeben.

Lymphknoten dienen als Filterstationen. Dort werden aus der Lymphe Abfallstoffe wie Krankheitserreger oder Zelltrümmer herausgefiltert. Auch wandernde Tumorzellen passieren die Lymphknoten und können sich dort unter Umständen festsetzen.

Frau Lymphknoten um Niere herumMann Lymphknoten um Niere herum

Krebs ist nicht eine Krankheit mit einer Ursache. Es gibt mehr als 200 verschiedene Krebsarten, jede Art hat einen Namen und wird auf andere Weise behandelt.

Tumoren können entweder gut- oder bösartig sein:

  • Gutartige Tumoren können sehr groß werden und dadurch anderes Gewebe oder Organe verdrängen.
  • Bösartige Tumoren werden als Krebs bezeichnet. Die Zellen bösartiger Tumoren können sich von ihrem ursprünglichen Entstehungsort lösen. Sie wandern über den Blutkreislauf oder das Lymphsystem in andere Gewebe oder Organe ab. Wenn sich die bösartigen Zellen dort ansiedeln, können sie wieder einen Tumor formen. Der ursprüngliche Krebs hat gestreut, fachsprachlich heißt das dann auch Metastasierung (Metastase = Absiedelung).

Wie Krebs entsteht

Krebsentstehung Gesunde Zelle Der Körper, also alle Gewebe und Organe, besteht aus Billionen von lebenden Zellen. Sie sind die kleinste funktionsfähige Einheit unseres Körpers. Innerhalb jeder Zelle liegt der Zellkern mit der so genannten DNA. Diese besteht aus Tausenden Genen, die unsere Erbinformation enthalten.

Unsere Körperzellen besitzen nur eine begrenzte Lebensdauer und müssen daher fortlaufend ersetzt werden. Um neue Zellen zu produzieren oder beschädigte sowie alte zu ersetzen, können die Zellen wachsen und sich teilen. Dabei wird das Erbmaterial kopiert und ein baugleiches Duplikat der Ursprungszelle erschaffen. Folglich wird auch das Erbmaterial auf die neuen Zellen übertragen.

Krebsenstehnung Zellteilung

In einem gesunden Körper herrscht ein Gleichgewicht zwischen Zellwachstum, Zellteilung und Zelltod. Dieses Gleichgewicht wird von bestimmten Teilen unseres Erbmaterials organisiert – den zellregulierenden Genen: sogenannte Onkogene, Tumorsuppressorgene und Reperaturgene.

Onkogene sind für das Zellwachstum verantwortlich während Tumorsuppressorgene das Wachstum kontrollieren und es bei Bedarf unterdrücken. Diese beiden Gegenspieler stellen sicher, dass die richtige Art und Anzahl von Zellen für den Körper vorhanden ist.

Das Gleichgewicht kann gestört werden, wenn eines dieser beiden Gene bei der Zellteilung beschädigt wird. Deshalb hat der Körper spezielle Reparaturgene, die genetische Schäden sofort erkennen und reparieren.

Krebsentstehung Zellmutation

Auch für den Fall, dass eine Reparatur nicht möglich ist oder die Reparaturgene selbst geschädigt sind, hat der Körper einen Mechanismus: den programmierten Zelltod – Apoptose genannt. Zellen die nicht mehr repariert werden können, bekommen den Befehl, sich selbst zu vernichten – sie sterben ab.

Jedoch kann auch der programmierte Zelltod außer Kraft gesetzt sein. Das System gerät dann völlig außer Kontrolle: die geschädigte Zelle produziert weiterhin neue Zellen, die der Körper nicht benötigt. Diese neuen Zellen haben bedingt durch die Zellteilung die gleiche beschädigte Erbinformation wie die Zelle aus der sie entstanden sind. Es kommt zu einer übermäßigen Neubildung von Gewebe – ein Tumor entsteht.



Krebs entsteht also durch beschädigtes Erbmaterial der Zellen. Dafür verantwortlich können innere und äußere Faktoren sein (Umwelt, Lebensgewohnheiten, Arbeits-bedingungen etc. ). Mehr dazu lesen Sie im Kapitel Risikofaktoren.

ICON Zusammengefasst PinZusammengefasst

  • Die Nieren reinigen das Blut, produzieren Urin und wichtige Hormone

  • Das Lymphsystem ist ein Teil des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystem), kann aber eine Rolle bei der Streuung von Krebszellen spielen.
  • Bei Krebs sind die Körperzellen erkrankt.
    • Die erkrankten Zellen benehmen sich nicht normal. Sie vermehren sich, auch wenn es keinen Bedarf dafür gibt und formen so einen Tumor.
    • Wenn ein Tumor bösartig ist, können sich Zellen lösen und sich in anderen Organen ansiedeln, dieses wird Metastasierung genannt.

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