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NIERENKREBS

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Metastasen des Nierenzellkarzinoms

Nierenzellkarzinom Metastasen Orte

Die Zellen bösartiger Tumoren können sich von ihrem ursprünglichen Entstehungsort lösen. Die Zellen wandern dann über den Blutkreislauf oder das Lymphsystem in andere Gewebe oder Organe ab. Wenn sich die bösartigen Zellen dort ansiedeln, können sie dort wachsen und weitere Geschwülste bilden. Dieser Vorgang wird umgangssprachlich häufig als Streuung bezeichnet - auch Metastasierung genannt. Da es sich um Tochterabsiedlungen des Primärtumors in entfernte Körperregionen handelt, verwenden Ärzte auch oft die lateinische Bezeichnung – Filia (dt.: die Tochter, Mehrzahl: Filiae) und bedeutet die Tochtergeschwulst.

 

Metastasenorte

Metastasen des Nierenzellkarzinoms finden sich am häufigsten in folgenden Organen:

  • Lunge - 73%
  • Knochen - 32%
  • Lymphknoten - 26%
  • Leber - 21%
  • Andere Niere - 11%
  • Zentrales Nervensystem (ZNS) / Gehirn - 3%
  • Herzgegend - 3%

Grundsätzlich hat der Tumor jedoch die Fähigkeit, überall im Körper Metastasen zu bilden – einige dem Lebenshaus bekannte Beispiele: Schilddrüse, Kopfhaut, Augenmuskel, Samenleiter, Ohrläppchen, Musculus psoas major (Lendenmuskel).

Beim Nierenzellkarzinom können sich Krebszellen des ursprünglichen Tumors entweder über das Blut (hämogene Metastasen) oder das Lymphsystem (lymphogene Metastasen) im Körper verbreiten. In diesem Moment ist der Tumor nicht mehr lokal begrenzt, sondern eine den ganzen Körper betreffende - so genannte systemische - Erkrankung.

 

Lungenmetastasen des Nierenzellkarzinoms sind NICHT Lungenkrebs

ICON WichtigWichtig

Bitte beachten Sie: Metastasen, die sich in Folge eines Nierenzellkarzinoms, z.B. in Lunge oder Leber gebildet haben, sind nicht gleichzusetzen mit Lungen- bzw. Leberkrebs. Es handelt sich um Absiedelungen des Nierenzellkarzinoms.

Dazu ein bildliches Beispiel: Sie heißen Max Mustermann und leben mit Ihrer Familie in Berlin. Ihre Tochter zieht um nach Frankfurt. Trotz des Umzuges heißt Ihre Tochter immer noch Mustermann mit Nachnamen und kommt ursprünglich aus Berlin. Auch wenn Sie heiraten sollte, ist sie immer noch eine geborene Mustermann aus Berlin.
So kann man das mit den Tochterabsiedlungen eines Tumors vergleichen. Tochterabsiedlungen des Nierenzellkarzinoms wandern über die Blutbahn und/oder Lymphe in ein anderes Organ - z.B. die Lunge. Sie stammen jedoch ursprünglich vom Nierenzellkarzinom - sie haben sich nur woanders "niedergelassen". Sie müssen dennoch gemäß ihres Ursprungs angesehen und behandelt werden.

In etwa 50% aller Fälle liegt bei Diagnose des Nierenzellkarzinoms schon eine Metastasierung vor. Jedoch können Metastasen durchaus oft erst nach sehr langer Zeit (20 Jahre sind nicht selten) nach der Erstdiagnose und Therapie des Tumors auftreten.

 

Behandlung von Metastasen (Therapieansätze)

Bei der Behandlung von Metastasen kommen normalerweise zwei verschiedene Ansätze zur Anwendung: lokale (zumeist operative Entfernung der Metastasen) oder medikamentöse Therapie. Welche Therapie wann zum Einsatz kommt, hängt ab von:

  • Lage und Ausmaß der Metastasierung
  • patientenspezifischen Faktoren wie z.B.
  • Alter,
  • Vor- und Begleiterkrankungen,
  • Nierenfunktion,
  • die persönlichen Lebensumstände/-wünsche,
  • patienteneigene Präferenz der Behandlung.

Im Fall des Vorliegens einzelner Metastasen ist die operative Entfernung (Resektion) von Metastasen von entscheidender Bedeutung, da sie (kurzfristig) Metastasenfreiheit ermöglicht und damit oft Metastasen-verursachte Symptome (z.B. Knochenbrüche bei Knochenmetastasen) kurieren kann.

In Einzelfällen kann eine medikamentöse Therapie zu einer Reduktion oder Stabilisierung vorliegender Metastasen führen und damit die Basis für eine chirurgische Entfernung schaffen


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