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Therapietreue

Die „Targeted Therapy“ ist dabei, die Onkologie zu revolutionieren. Doch Vorsicht: Mit dem alleinigen Verordnen von Tabletten ist es nicht getan. Wir brauchen umfassende Therapiekonzepte!

 

Deutlich längere Zeiten bis zur Krankheitsprogression und generell ein längeres Überleben bei zugleich einfacherer Behandlung und weniger Klinikaufenthalten, das sind die Fortschritte, die sich dank der neuen Strategie der zielgerichteten Therapie derzeit bei verschiedensten Tumoren vollziehen. Die Behandlung erfolgt zumeist oral, erspart den Patienten Krankenhausaufenthalte und gibt ihnen mehr Flexibilität bei der Lebensführung. Die Patienten bekommen damit aber auch deutlich mehr Mitverantwortung. Sie werden stärker in die Pflicht genommen und müssen mehr denn je eine gute Therapietreue gewährleisten. Denn sonst sind naturgemäß kaum Erfolge im Kampf gegen den Tumor zu erzielen.

Leider wird das aber vielen Patienten nicht vermittelt. Der Grund liegt darin, dass die Aufklärung der Patienten nicht selten zu kurz kommt. Dadurch, dass die Therapiekonzepte einfacher geworden sind, entsteht offenbar leicht der Eindruck, es reiche ein kurzes Aufklärungsgespräch und das Verordnen der jeweiligen Medikation.

Es ist aber eben nicht damit getan, den Patienten einfach eines der modernen Arzneimittel aufzuschreiben. Sie brauchen vielmehr ein umfassendes Therapiemangement mit ausführlicher Aufklärung über die Behandlungsmaßnahmen und zwar so, dass sie die Tragweite der Erkrankung und der Therapie verstehen.

„Drug Holydays“ – Folge unzureichender Aufklärung?

Ein wichtiges Thema ist dabei das Nebenwirkungsmanagement. Auch wenn die Vertreter der zielgerichteten Therapie in aller Regel deutlich verträglicher sind als die konventionelle Chemotherapie, kommt es doch bei der Mehrzahl der Patienten zu ausgeprägten unerwünschten Begleitreaktionen. Wenn die Betroffenen aber nicht wissen, wie sie Nebenwirkungen der modernen Antitumormedikamente vorbeugen oder diese lindern können, ist der Schritt nicht weit, die Medikation wegzulassen oder sich einen kleinen Urlaub von der Arznei („Drug Holyday“) zu gönnen, um Nebenwirkungen abzumildern. Das wiederum könnte aber den Therapieerfolg in Frage stellen. 

Die Medikamente nicht einzunehmen ist nicht unproblematisch: es könnte das Fortschreiten der Tumorerkrankung provozieren, wobei dem behandelnden Arzt oft nicht klar ist, dass der Patient sein Medikament gar nicht regelmäßig eingenommen hat. Stehen wie etwa beim Nierenzellkarzinom mehrere Therapiealternativen zur Verfügung, so wird unter Umständen vorschnell von einem „Nicht-Ansprechen“ ausgegangen und die Therapie auf ein anderes Medikament umgestellt. Das aber bedeutet, dass die möglichen Therapiechancen nicht voll ausgeschöpft werden, dass wertvolle Behandlungschancen vertan werden.

Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang auch, dass viele Patienten Hemmungen haben, im Falle von Nebenwirkungen den Arzt zu konsultieren und um Rat zu fragen. Wir fordern deshalb ein Therapiemanagement, bei dem auch erklärt wird, wie Nebenwirkungen vorgebeugt werden kann und bei dem die Patienten aufgefordert werden, im Falle auftretender Probleme bei der Therapie unverzüglich wieder in der Praxis vorstellig zu werden.

 

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