GIST-Therapien bei Progress:
Was tun, wenn die Erkrankung fortschreitet?
Mehr im GIST-Patientenratgeber - Kapitel 7
Mit Imatinib (Glivec®) konnten bisher gute Ergebnisse in der Therapie von inoperablen und metastasierten GIST erzielt werden. Etliche Patienten profitieren mittlerweile 60 Monate von der Imatinib-Therapie. Bei anderen reagieren die Tumoren weniger gut auf Imatinib oder es kommt nach einer gewissen Zeit zum Progress (Rezidiv) - also zum Fortschreiten der Erkrankung. Initial sind nur 10 bis 20% der GIST resistent gegen Imatinib. Nach 2-3 Jahren können sich aber bei bis zu 65% der zuerst mit Imatinib erfolgreich behandelten Patienten teilweise oder völlige Resistenzen bilden.
Erste Maßnahme bei Verdacht auf eine Progression der Erkrankung unter Imatinib, ist die genaue Untersuchung (Verifizierung) des Progresses. Handelt es sich wirklich um einen Progress? Wenn ja - um einen
- Systemischen Progess = Fortschreiten der Erkrankung insgesamt oder
- Lokalen Progress = Fortschreiten der Erkrankung an einzelnen Stellen?
Bei einem Progress sollte man Imatinib zunächst auf keinen Fall absetzen, sondern sogar die Dosis erhöhen. Patienten mit GIST, die in einer europäischen Studie unter 400 mg/Tag Imatinib progredient waren, erhielten die doppelte Dosis von 800 mg/Tag (Zalcberg J R et al.,ASCO 2004,Abstract 9004). Bei etwa jedem dritten Patienten (31%) sprach der Tumor darauf wieder an. Die Dosiserhöhung, die im Progress also indiziert ist, wird von den Patienten meist gut vertragen.
Sollte nach der Dosiserhöhung der Progress weiter fortschreiten - bleiben bisher folgende Optionen:
Bei lokal progredienten Tumoren können ablative Therapieverfahren wie RFA (Radiofrequenz-Ablation) oder LITT (Laserinduzierte Thermotherapie) eingesetzt werden. (
Mehr im GIST-Patientenratgeber - Seite 29 ff.)
Optionen bei Progress:
- Dosiserhöhung Imatinib auf 800 mg (in Einzelfällen max. 1.200 mg - jedoch liegen hier keine Studiendaten vor)
- Neue Substanzen wie Sunitinib (Sutent®) - anstatt Imatinib (Glivec®)
- Kombinationstherapien Imatinib + Substanz XY
Hintergrund:
In dem man versucht, die Mutationen und Resistenzmechanismen besser zu verstehen, kommt man derzeit und künftig zur Entwicklung neuer Substanzen - also zu neuen Zieltherapien.
Warum könnten neue Substanzen wie Sunitinib wirken, wenn Imatinib nicht mehr ausreicht? Weil sie sowohl c-Kit blockieren, als auch auf andere Rezeptoren/Kinasen/Targets abzielen! Grundsätzlicher Therapie-Ansatz muss also sein, c-KIT weiterhin ausreichend zu blockieren und neue Substanzen zu finden, die andere Rezeptoren/Kinasen wie z.B. PDGFR, FLT3, VEGF, RET oder PKC blockieren. Denn würde man c-Kit als Hauptziel der GIST-Therapie nicht mehr ansprechen, käme es in vielen Fällen zu einem rasanten Progress - also schnellem Fortschreiten der Erkrankung.
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