lebh dach logo header lebh dach headerbild

Aktuelles

GIST-Gruppe Schweiz verleiht GIST-Preis 2015 an Prof. Dr. Sebastian Bauer vom Sarkom-Zentrum Essen.

GIST-Gruppe Schweiz verleiht GIST-Preis 2015 an
Prof. Dr. Sebastian Bauer vom Sarkom-Zentrum Essen.

Zug, 26. November 2015
Die GIST-Gruppe Schweiz hat zum sechsten Mal den GIST-Wissenschaftspreis verliehen. Sie hat damit Prof. Dr. Sebastian Bauer, Universitätsklinikum Essen (Sarkom-Zentrum), geehrt. Die Laudatio wurde vom Präsidenten der SAKK Projektgruppe Gastrointestinale Tumore und Mitglied des Preiskomitees der GIST-Gruppe Herrn Dr. med. Michael Montemurro gehalten.

Der Verein zur Unterstützung von Betroffenen mit Gastrointestinalen Stromatumoren, die GIST-Gruppe Schweiz, hat zum sechsten Mal den Wissenschaftspreis verliehen. Der mit 10‘000 Franken dotierte GIST-Preis geht in diesem Jahr an Prof. Dr. Sebastian Bauer für die Arbeit: „Phase I study of panobinostat and imatinib in patients with treatment-refractory metastatic gastrointestinal stromal tumors“, publiziert im British Journal of Cancer (Br J Cancer. 2014 Mar 4;110(5):1155-62) Die Gruppe würdigt mit der Preisverleihung an Professor Bauer auch seine vielen anderen Arbeiten und den Einsatz für Patienten mit GIST. Die Preisverleihung erfolgte am 26. November 2015 im Rahmen der Halbjahresversammlung der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) in Zürich.

Die Mehrzahl Gastrointestinaler Stromatumoren (GIST) kann erfolgreich mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor Imatinib behandelt werden. Obwohl eine große Mehrheit der Patienten initial von dieser Therapie profitiert, kommt es bei etwa 50% innerhalb der ersten zwei bis drei Jahren zur Therapieresistenz. Therapiemöglichkeiten in der Zweit- und Drittlinie sind zwar vorhanden, allerdings oft zeitlich limitiert mit nur einigen Monaten progressionsfreier Zeit. Es ist daher dringend notwendig, weitere Therapiestrategien gegen GIST zu entwickeln.

Histon-Deacetylase-Inhibitoren (HDACI) sind in der Psychiatrie und in der Neurologie als Antidepressiva und als Antiepileptika schon lange im Gebrauch. Neuere molekularbiologische Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Substanzen auch die Proliferation von Tumorzellen in Kulturen und in vivo hemmen und damit auch als Zytostatika in Frage kommen könnten. Vor dem Hintergrund additiver Effekte von HDACI und Imatinib bei der Behandlung der Chronischen Myeloischen Leukämie (CML) hat die Arbeitsgruppe von Sebastian Bauer untersucht, ob HDACI eine mögliche alternative Therapiestrategie bei GIST darstellen könnten. Sie konnte zeigen, dass insbesondere KIT-positive GIST auf HDACI ansprechen und dass therapeutisch erzielbare Dosen zu einer Hemmung der KIT-Aktivierung führten. Dabei wies die Kombination von HDACI mit Imatinib eine additive pro-apoptotische (zellzerstörende) Wirkung auf. Basierend auf diesen Ergebnissen führte die Gruppe die weltweit erste Kombinationsstudie eines HDACI mit Imatinib bei vorbehandelten Patienten mit GIST durch. In einer Gruppe von 11 überwiegend stark vorbehandelten Patienten mit sehr fortgeschrittener Erkrankung konnte 1 metabolisch partielle Remission sowie 7 Stabilisierungen nachgewiesen werden. Die längste Krankheitsstabilisierung betrug 17 Wochen. Ebenfalls konnten in dieser Arbeit wichtige Hinweise für verbesserte Behandlungsschemata mit HDACI’s ausgearbeitet werden.

GIST-Gruppe Schweiz
Die GIST-Gruppe Schweiz ist eine Organisation zur Unterstützung von Betroffenen mit Gastrointestinalen Stromatumoren (GIST). Sie fördert auch engagiert Bemühungen zur Verbesserung der Therapie von GIST. Dazu vergibt die GIST-Gruppe unter anderem einen jährlichen Preis an Organisationen oder Personen, die sich für dieses Ziel einsetzen. Ausgezeichnet werden Vorträge, Publikationen, Podiumsdiskussionen, wissenschaftliche oder gesellschaftsrelevante Projekte. Der Preis ist mit 10‘000 Franken dotiert und wird durch die GIST-Gruppe Schweiz ausgerichtet.
Weitere Informationen:
www.gist.ch,

SAKK
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) ist eine Non-Profit Organisation, die seit 1965 klinische Studien in der Onkologie durchführt. Ihr wichtigstes Ziel ist es, neue Krebstherapien zu erforschen, bestehende Behandlungen weiterzuentwickeln und die Heilungschancen von krebskranken Patientinnen und Patienten zu verbessern. Dies geschieht durch Kooperationen innerhalb der Schweiz und in Zusammenarbeit mit ausländischen Zentren und Studiengruppen. Die SAKK wird durch eine Leistungsvereinbarung mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) sowie durch Partner wie Krebsliga Schweiz und Krebsforschung Schweiz unterstützt.
Weitere Informationen unter:
www.sakk.ch,

Foto – von rechts nach links:
Preisträger Prof. Dr. Sebastian Bauer (Sarkom-Zentrum Essen)
Helga Meier (Koordinatorin GIST-Gruppe Schweiz)
Laudator Dr. Michael Montemurro (Leiter SAKK Projektgruppe)

ECC2015: Erste Ergebnisse zu neuen Immuntherapien ...
IMMUNONKOLOGIE BEI NIERENKREBS VERSTEHEN: IKCC VER...

Kommentare

 
Keine Kommentare vorhanden
Bereits registriert? Hier einloggen
Gäste
Dienstag, 21. November 2017

Im Gespräch

Login

German English French Italian Portuguese Russian Spanish Turkish