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Aktuelles

Für eine Verbesserung der Ernährungsversorgung bei Menschen mit Krebs in Deutschland

Die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG) fordert eine Verbesserung der Ernährungsversorgung von Krebspatienten in Deutschland! Auch wir sind der Meinung, dass hier etwas getan werden muss und waren daher gemeinsam mit der DKG sowie anderen Organisationen und Verbänden an einem Positionspapier beteiligt, das nun in der Ernährungs-Umschau veröffentlicht wurde.

Die adäquate Ernährung von Menschen mit Krebs stellt eine grundlegende unterstützende Maßnahme im Rahmen des Therapiekonzepts dar. Denn eine bedarfsgerechte Ernährungsversorgung von Krebspatienten führt erwiesenermaßen zu einer höheren Lebensqualität und Lebenserwartung. Deshalb sind die unterzeichnenden Gesellschaften und Institutionen der Auffassung, dass Fachexperten, Politik und Gesellschaft die gemeinsame Aufgabe haben, für alle an Krebs Erkrankten den Zugang auf angemessene Ernährungstherapie sicherzustellen.

Internationale Studien mit Menschen mit verschiedenen Krebserkrankungen konnten zeigen, dass eine frühzeitige und regelmäßige Ernährungsberatung sowie ernährungstherapeutische Interventionen zu einer besseren, bedarfsgerechten Energie- und Nährstoffzufuhr und zu verbesserten Behandlungsergebnissen der Krebserkrankung führen. Obwohl dies bekannt ist, versterben 20 - 30% aller Krebserkrankten an den Folgen einer Mangelernährung und nicht aufgrund ihre Krebserkrankung.

Viele Menschen mit Krebs und deren Angehörige sind sich der Bedeutung der Ernährung bewusst. Mit ihren Fragen und Bedürfnissen werden sie jedoch allein gelassen, denn ein breites und flächendeckendes Angebot wissenschaftlich fundierter Ernährungsinformation, an Ernährungsschulungen, und individuellen Ernährungsberatungen sowie gezielten Ernährungstherapien für Menschen mit Krebs und deren Angehörigen ist in Deutschland kaum vorhanden. In der Konsequenz greifen Betroffene auf Internetquellen oder Beratungsangebote mit fraglicher Seriosität zurück und das therapeutische Potential von Ernährung bleibt ungenutzt.

Während die multiprofessionelle Betreuung von Krebspatienten, durch den Zusammenschluss von Behandlern in onkologischen Zentren und die Zertifizierung, eine Selbstverständlichkeit geworden ist, bleibt der Patient beim Thema Ernährung weiterhin meist sich selbst überlassen. Die unzureichende Ernährungsversorgung von Menschen mit Krebs und deren Angehörigen hat ihre Ursache in den Rahmenbedingungen des deutschen Gesundheitssystems. Die ambulante Ernährungsberatung ist kein Heilmittel im Sinne des § 92 SGB V. Derzeit handelt es sich bei der ambulanten Ernährungsberatung um eine Kann-Leistung der gesetzlichen Kassen. Im stationären Bereich ist die Ernährungsberatung zwar DRG relevant, aber dies reicht nicht aus, um Ernährungsteams vollständig zu finanzieren; und dies obwohl ein guter Ernährungsstand die Verweildauer im Krankenhaus reduziert.

Aus therapeutischen, gesundheitsökonomischen und ethischen Gründen muss die Ernährungsversorgung integraler Bestandteil der, im Nationalen Krebsplan geforderten und angestrebten, effizienten Versorgung von Krebspatienten werden. Die Arbeitsgemeinschaften Prävention und Integrative Onkologie (PRIO), Soziale Arbeit in der Onkologie (ASO), Palliativmedizin (APM) und die Konferenz onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpfleger (KOK) in der Deutschen Krebsgesellschaft, der Berufsverband Oecotrophologie e.V. (VDOE), der Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e.V. (BDEM), der Bundesverband Niedergelassener Gynäkologischer Onkologen e.V. (BNGO), die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), der Verband der Diätassistenten e.V. (VDD), der Verband für Ernährung und Diätetik e.V. (VFED) sowie die Organisationen der Selbsthilfe Haus der Krebs-Selbsthilfe – Bundesverband e.V. (HKSH), Das Lebenshaus e.V., die Kopf-Hals-Tumorstiftung und das Selbsthilfenetzwerk Kopf-Hals-Mund fordern daher:

  • Das Recht auf eine adäquate Ernährungsversorgung für alle Menschen mit Krebs im stationären und ambulanten Bereich. Dies beinhaltet auch die Aufnahme der ambulanten Ernährungsberatung onkologischer Patienten und deren Angehörige in die Heilmittelrichtlinien sowie die Etablierung und Vergütung von Ernährungsteams im stationären Bereich.
  • Eine Verankerung des Themas Ernährung in der Onkologie in den Aus-, Weiter-, und Fortbildungen aller an der Versorgung onkologischer Patienten beteiligten Berufsgruppen und die Etablierung von Weiterbildungskonzepten.
  • Eine Verpflichtung zur Durchführung eines Screenings auf Mangelernährung.
  • Eine qualifizierte, der individuellen Krankheitssituation entsprechende Ernährungsberatung oder -therapie für alle Patienten mit drohender oder eingetretener Mangelernährung.
  • Ein niederschwelliges qualifiziertes Beratungsangebot für alle Patienten mit Krebs und ihre Angehörigen.
  • Die Entwicklung und Konsentierung von wissenschaftlich fundierten Standards für die ernährungstherapeutische Begleitung von Tumorpatienten sowie die konsequente Umsetzung bestehender evidenzbasierter Leitlinien und Qualitätssicherungsinstrumente
  • Die Aufnahme eines, diesen Standards entsprechenden, ernährungstherapeutischen Angebots in die Zertifizierungskriterien onkologischer Zentren.
  • Die Förderung von Forschungsvorhaben im Kontext der Ernährung in der Onkologie. Dies beinhaltet gleichermaßen die klinische Forschung sowie die Versorgungsforschung.
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